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Auch das Tuuli-Quintett stellt sich in München vor: Lauma Ilsuma (Flöte, re.), Antti Turtiainen (Oboe, 2.v.re.), Fátima Boix Cantó (Klarinette, 3.v.re.), Miriam Kaarina Brown (Horn, li.) und Zhibai Zhang (Fagott).

Vorschau

Ein neuer Rekord

München - Klavier, Cello, Schlagzeug, Bläserquintett: Der ARD-Wettbewerb versammelt in München Musiker aus 50 Ländern.

Die Südkoreaner haben’s nicht so mit dem Trommeln, erfuhr man am Rande der Pressekonferenz zum diesjährigen ARD-Musikwettbewerb. Nur rund sieben Prozent aller Bewerbungen aus dem Staat im Fernen Osten gingen für dieses Instrument(arium) ein, was in Sachen Klavier freilich ganz anders ausschaut. Von 117 Bewerbungen wurden 52 Nachwuchs-Pianisten zugelassen. Ein stattliche Zahl, aber es wird noch besser: Für dieses Jahr gingen insgesamt 519 Bewerbungen ein aus fünf Kontinenten, das ist neuer Rekord. 50 Länder aus fünf Kontinenten wetteifern – natürlich harmonisch und nur mit musikalischen Mitteln – um die Preise und den Startschuss zum Ruhm. Insgesamt schüttet die ARD 127 500 Euro an Preisgeldern aus, 42 500 Euro gibt’s für Sonderpreise und Stipendien.

Warum das Festival im mittlerweile 63. Jahr seines Bestehens Menschen aus aller Welt anlockt – 81,8 Prozent kommen nicht aus Deutschland –, das erklärt der Künstlerische Leiter Axel Linstädt: „Es gibt Musikwettbewerbe, die deutlich höher dotiert sind. Aber dort haben sie nicht die Chance, mit dem besten Orchester Deutschlands – neben den Berliner Philharmonikern – zu spielen: den BR-Symphonikern.“ Und dies sei eine starke Visitenkarte für Bewerbungen.

Was wird ab 1. September nun von hochkarätigen Jurys abgehört? Da ist zum einen Cello (Vorsitz der Jury: Wolfgang Böttcher), dann Klavier (Vorsitz: Gerhard Oppitz), Schlagzeug (Vorsitz: Peter Sadlo) und Bläserquintett (Vorsitz: George Caird). Zu den vier Auftragskompositionen, die der Nachwuchs zu bewältigen hat, gehören Werke von Marc-André Hamelin (Klavier) und Johannes Fischer (Schlagzeug), dessen „Wolkenstudie for solo percussion“ von Jury-Mitglied Wilfried Hiller als „eine Art Bilder einer Ausstellung für Schlagwerk“ beschrieben wird; als Vorlage dienten Fischer-Gemälde von William Turner.

Ähnlich dramatisch wie die Bilder des großen englischen Romantikers ist übrigens das Budget für das renommierte Festival, das seit der Deckelung im Jahr 2006 bei stabil 740 000 Euro liegt und auch nicht erhöht wird. Linstädt betont, dass der BR aushelfe, falls das Geld nicht reicht, und freut sich, dass die Zukunft des Wettbewerbs bis 2016 gesichert ist. „Wir sind finanziell am Limit, weiteres Sparen geht nicht“, betont der Künstlerische Leiter. Ansonsten müsste man ein weiteres Wettbewerbs-Fach komplett streichen – früher waren’s ohnehin fünf statt vier –, „aber dann würde der Wettbewerb sein charakteristisches Gesicht verlieren“.

Die Termine: Der Musikwettbewerb läuft vom 1. bis 19. September. Die Vorrunden sind kostenlos und finden im Carl-Orff-Saal (Gasteig), dem BR-Studio 1 und 2 (Rundfunkplatz) und dem Großen Konzertsaal der Musikhochschule (Arcisstraße) statt. Ab dem Semifinale kosten die Durchgänge Eintritt, Finale und Preisträgerkonzerte werden vom Münchener Kammerorchester und den BR-Symphonikern begleitet. Ebenfalls ab den Halbfinalen gibt’s einen Livestream.

Matthias Bieber

Informationen:

www.ard-musikwettbewerb.de, Karten unter Telefon 089/ 54 81 81 81.

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