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Goschert wie eh und je frönt Sänger Marco Michael Wanda dem Abstürzen und Wiederaufstehen.

So klingt "Bussi"

Neues Album von Wanda: Wiesnhits für den denkenden Mann

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Nur zwölf Monate nach dem Debüt "Amore" haben Wanda jetzt ihr zweites Album veröffentlicht. Mit „Bussi“ übertreffen sich die wahnsinnigen Wiener selbst.

Auf der Wiesn ist die Party vorbei – doch bei Wanda geht der Rausch immer weiter. Ende vergangenen Jahres brach die österreichische Band wie ein Orkan über Deutschland herein. Ausverkaufte Konzerte, Schwarzmarkt, Exzess auf der Bühne, Exzess vor der Bühne. Die Beatles, jetzt aus Wien. Das Debütalbum „Amore“ lieferte Zeilen, die ins große Buch des deutschsprachigen Pop gehören: „Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht! Amore, meine Stadt! Bologna, meine Stadt!“ Einmal gegrölt, für immer geliebt. Doch leider waren sich alle einig: Eine zweite Platte wie „Amore“ werden selbst diese wahnsinnigen Wiener nicht zustande bringen.

Jetzt, nur zwölf Monate später, ist der Nachfolger da. Und tatsächlich: „Bussi“, erschienen bei Vertigo, ist kein zweites „Amore“. Es ist noch besser. Zwölf mitreißende Lieder vom Leben, vom Feiern, vom Rauchen, Trinken und der Liebe. In der linken Hand den Schnaps, im rechten Arm die Braut, das Leben kann so schön sein. Und so scheußlich. Jedes einzelne dieser Stücke ist dafür geboren, auf Konzerten in die Nacht gebrüllt zu werden. Jedes einzelne dieser Stücke könnte beim Heurigen geschrieben sein. Wann hat man zuletzt so eine Kraft, so eine Vehemenz gehört wie bei den neuen Wanda-Hits „1,2,3,4“ oder „Das wär schön“? Wahrscheinlich vor 20 Jahren, als Oasis, die wunderbar großspurigen Gallagher-Brüder aus Manchester, die Popwelt auf den Kopf stellten.

Goschert wie eh und je frönt Sänger Marco Michael Wanda dem ungehemmten Hedonismus, dem Abstürzen und Wiederaufstehen. Das macht er dermaßen schlau, charmant und schla-wienerisch, dass man ihm nie bös sein kann. Nicht einmal bei „Nimm sie, wenn du’s brauchst“, in dem er seine Freundin seinem Spezl als „Spielzeug“ überlässt. Er selber kann sich nicht um die Lady kümmern – der Chauvi von der Donau feiert ja gerade in Bologna, der alten Lieblingsstadt. Solche Anspielungen aufs Debüt „Amore“ finden sich überall auf der neuen Platte, ein herrlicher Schmäh, ein Suchspiel für die Wanda-Fans. Kein Wunder, dass die beiden Alben wie Geschwister wirken. Sie sind 2014 praktisch zeitgleich entstanden, im größten Schaffensrausch der jüngeren Wiener Musikgeschichte.

„An ein ‚Bologna‘ kommt nie wieder was ran“, kokettiert Wanda – nett geschwindelt. Denn bei jedem Hören von „Bussi“ springt einem ein neues Lieblingslied an. Allen voran „Gib mir alles“ mit einem genialen Reggae-artigen Riff, das sich ins Ohr bohrt wie die Reblaus in die Traube. Oder die „Mona Lisa der Lobau“, die neue „Blume aus dem Gemeindebau“. Oder das Titelstück „Bussi Baby“, dem potenziellen Wiesnhit des denkenden Mannes, nach dessen Hören man sich nicht die Ohrwaschln auswaschen muss. Die legendäre Wiener Puffmutter Wanda Kuchwalek, von der sich Sänger und Band ihren Namen geborgt haben, wäre stolz auf ihre Buben. Ob sich das Erfolgsrezept auch für ein drittes, viertes, fünftes Album ausgeht, ist erst einmal egal. Jetzt ist Party, jetzt wird gefeiert in Wien. Danach, wenn das Schädelweh überstanden ist, schau’ ma weida.

Wanda treten in den nächsten Monaten dreimal in München auf: beim „Danke-Konzert“ für Flüchtlinge und Helfer am kommenden Sonntag auf dem Königsplatz, am 9. Dezember in der Muffathalle (ausverkauft) und am 21. Juli beim Sommer-Tollwood.

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