Neues aus der Fabeltierwelt

- Kuriose Tierwesen äugen aus dem dichten Dschungel. Sind's Schakale, Nashörner oder gar Elefanten in jeweils düsterer Umgebung? Ein widriges Stachelmonster betreibt Mimikry, gehörnt erscheinen die Mischwesen: halb Fisch, Bär oder Affe. Das rote Hängebauchschwein schnüffelt neben dem staksigen Widder, der behände Fuchs neben dem Rüsselnasen-Großohr. Affenartige Bodenkriecher lauern im Waldesdickicht. Ein reißfestes Gebiss zeigt seine Zähne.

Mit rund 250 postkartengroßen Beispielen seiner kindhaften Fantasie gibt der aus Luxemburg stammende, in Düsseldorf lebende Maler Fernand Roda derzeit ein Gastspiel im Tegernseer Gulbransson-Museum. Einmal pro Jahr versucht der ansonsten in weit größeren Formaten durchaus präzise und durchdacht arbeitende Künstler einen Monat lang, sich zurückzuversetzen in die eigene Kindheit. Den Anstoß dazu erhielt er vor sechs Jahren durch den Auftrag zu Weihnachts- und Neujahrskarten für die Unicef-Kinderhilfe in Äthiopien.

Roda setzt voraus, dass Kinder eine ausgeprägte Neigung zum Tollpatschigen, Grotesken, auf wundersame Weise Fremdartigen, Absonderlichen und Bedrohlichen haben. Eine zügige Malweise liefert das verdichtete Ungefähr des Lebensraums von Rodas vielen Fabelwesen, gewonnen aus zunächst größeren Karton-Formaten: als Ausschnitte eines Kontinuums, welches tierhaft angereichert wird. Der Seriencharakter bleibt unverkennbar.

Empfohlen wird die Ausstellung für den Besuch durch Kinder. Doch dafür müssten diese Reihen, Rahmen an Rahmen, etwas tiefer hängen.

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