Neues Zuhause für Nürnberger Symphoniker

Nürnberg - Die von den Nationalsozialisten erbaute Kongresshalle am Dutzendteich in Nürnberg beherbergt künftig einen modernen Musiksaal mit 515 Sitzplätzen. Dieser wird jetzt nach 14-monatiger Bauzeit eingeweiht.

Die Nürnberger Symphoniker haben ihren Sitz bereits seit 1963 im Südbau der monumentalen Kongresshalle. Sie nutzen die Räumlichkeiten für ihre Proben. Auch Rundfunk- und CD-Aufnahmen entstanden hier schon. Eine dauerhafte Nutzung als Konzert- und Veranstaltungssaal scheiterte bislang jedoch an fehlenden Sicherheitseinrichtungen. Für 2,5 Millionen Euro wurde der Saal nun ausgebaut und saniert.

Herzstück ist ein neuer Eingangsbereich: Dabei schiebt sich eine Lichtbox in die massiv geschlossene Klinkerwand. Mit einer hellen und filigranen Treppe soll in unmittelbarer Nähe zum "Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände" ein weiterer Gegenpunkt zur "Kulisse der Gewalt" der Nazis gesetzt werden. Das bislang für die Öffentlichkeit weitgehend unzugängliche Gebäude erhielt einen Eingangsbereich mit Foyer, Gastronomie und Garderoben. Im Saal wurde eine Zuschauertribüne mit 515 Plätzen errichtet.

Die Symphoniker werden ihr neues Zuhause aber erst von Januar 2010 an voll nutzen können. Zunächst bezieht das Staatstheater den Saal als Ausweich-Spielstätte während der Sanierung des Schauspielhauses.

Die Nazis wollten auf dem Gelände, auf dem sie auch ihre Reichsparteitage abhielten, eine gigantische Kongresshalle für 50 000 Menschen errichten. Die Grundsteinlegung erfolgte 1935, der Bau wurde jedoch nie vollendet. Im nördlichen Bereich befindet sich seit 2000 das "Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände".

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