Polizeikontrolle eskaliert: Mann liefert sich Verfolgungsjagd mit Beamten

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Nicht nur gut geraten

- Man solle den Leuten geben, nicht was sie loben, sondern was sie brauchen, hat Friedrich Schiller einmal gefordert. Wie ist angesichts dieser Prämisse "Giacomettis Kinder" zu beurteilen, ein Projekt, das der Regisseur und Universalkünstler Achim Freyer, der Klangskulpteur Paul Fuchs und Bratschist Hariolf Schlichtig als Koproduktion des Münchner Klaviersommers und von Festspiel + in der Allerheiligen-Hofkirche realisierten?

Beim Eintritt in Klenzes herrlichen Kirchenraum ein Bild von Suggestivität: Hoch vor dem Apsisgewölbe dreht sich die aus einem Metallrohr geschwungene Skulptur "Infinitum" von Paul Fuchs, zwei Spiralen, eine größere und eine kleinere scheinen sich ineinander auf und ab zu bewegen. Hariolf Schlichtig tritt auf und spielt gegen die penetrant rauschenden Lautsprecher "signs, games and messages", sieben Stücke für Solo-Bratsche von György Kurtá´g, intime, zarte Bewusstseinssplitter, viele davon mit Requiem- oder Gedenkcharakter. Auch das folgende Zwei-Personen-Stück "Über die Einsamkeit der Dinge" mit "Texten von, für und frei nach Alberto Giacometti" von Achim Freyer beschäftigt sich vielleicht mit der Vergänglichkeit alles Irdischen: Michael Hirsch und Henrik A. Opiela balancieren, wohl in Anspielung auf Bilder Giacomettis, schwarz angemalt und in schwarzen Anzügen auf einem über drei Ölfässer gelegten Balken und rezitieren eine Wortcollage von mäßiger Assoziationskraft, aber einer gefühlten zeitlichen Ausdehnung von über einer halbe Stunde. Das im Programm angekündigte "Werkstück für Klavier von und mit Achim Freyer" entfällt, Freyer rezitiert stattdessen drei verblasene Texte, die er zu anderen Anlässen verfasst hat. Am Ende eine "Konzertierende Aktion" der drei älteren Herren: Fuchs bringt im Unterhemd Metallplatten zum Schwingen, Schlichtig improvisiert, Freyer setzt sich in die Flügeltastatur - eine Performance von erschütternd altbackener Sponti-Attitüde. Hätte nicht Schlichtig zuvor eine fulminante, vor Wut berstende Interpretation von Luciano Berios "sequenza" gespielt, der Abend wäre nicht nur im Schiller'schen Sinne nicht zu loben gewesen, sondern man hätte ihn gar nicht gebraucht.

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