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Tori Amos ist eine Erscheinung aus einer anderen Welt.

In der Philharmonie

Nicht von dieser Welt: Tori Amos im Gasteig

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Vorbands kommen in Kritiken selten vor, aus gutem Grund. Das Konzert von Tori Amos am Samstag in der Philharmonie aber ist kein normaler Abend gewesen.

München - Die Vorband „Bell X1“ ist die Trägerrakete des Raumschiffs namens „Tori Amos“: Paul Noonan, Dave Geraghty und Dominic Philips aus Dublin sorgen mit wunderschönen Akustikversionen einiger ihrer Songs für die ersten Gänsehautmomente bei den 1500 Zuhörern in der Philharmonie. Wow, damit hat hier niemand gerechnet!

Nach kurzer Umbaupause stakst Tori Amos in High Heels und mit wehendem Haar und Kleid auf die Bühne, eine riesige Katja Ebstein-Gedächtnisbrille auf der Nase. Allein ihr Gang zum Hocker zwischen Klavierflügel und Elektropiano veranlasst die ersten Reihen aufzuspringen und zu jubeln. Tori Amos ist eine Erscheinung aus einer anderen Welt. „Native Invader“ heißt ihr neues Album samt Tour, die in Cornwall lebende Amerikanerin ist seit jeher ein „geborener Eindringling“: Sie kommt in unsere normale Welt und nimmt uns mit in andere, wundervolle und unendliche Sphären.

Zwischen den Klavieren sitzend singt sie sich auch mit 54 Jahren glasklar durch ihre Karriere, inklusive „Cruzify“ von 1992 und „A Sorta Fairytale“ aus dem Jahr 2002. Sie spielt mit einer Hingabe, als wäre sie eins mit den Tasten, sie sortiert nach jedem Song hektisch ihre Zettel und Noten neu, als wäre sie getrieben von der Aufgabe, die Welt zu retten. Das schafft zwar selbst eine Ikone wie Tori Amos nicht – stattdessen macht sie die Passagiere ihres Raumschiffs aber für 100 Minuten restlos glücklich. 

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