Nike Wagner zu Bayreuth: "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Berlin/Bayreuth - Mit den Worten "Die Hoffnung stirbt zuletzt" hat Nike Wagner (63) ihre Erwartung bekräftigt, mit einer Entscheidung aller Wagner-Familienangehörigen eine gemeinsame Festspielleitung der Halbschwestern Eva Wagner-Pasquier (63) und Katharina Wagner (30) doch noch verhindern zu können.

Nike Wagner, die an diesem Freitag das von ihr geleitete Kunstfest Weimar eröffnet, hatte sich ursprünglich zusammen mit ihrer Cousine Eva um die Nachfolge von Wolfgang Wagner beworben, der Ende August mit 89 Jahren die Leitung am Grünen Hügel abgeben will. "Der Ball liegt jetzt bei der Familie, sie kann mehrheitlich noch einen Vorschlag machen", sagte Nike Wagner am Donnerstagabend im Deutschlandradio Kultur. Auf die Frage, ob denn ein solcher Konsensvorschlag in ihrem Sinne noch möglich ist, meinte die Urenkelin von Richard Wagner und Tochter des 1966 gestorbenen Festspielleiters Wieland Wagner: "Ich bin manchmal auch wundergläubig."

Die Aufforderung des Stiftungsrates der Bayreuther Festspiele an Eva und Katharina Wagner, sich zu bewerben, nannte Nike Wagner einen "unfreundlichen Akt, in der Juristensprache nennt man das auch Vertragsbruch". Doch das sei nicht einklagbar sondern eher moralisch zu sehen. "Es ist nun mal so gekommen, was ich sehr bedauere. Ich hätte es sehr gerne mit meiner Cousine Eva gemacht."

Der Stiftungsrat der Richard-Wagner-Festspiele, in dem unter anderem der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Bayreuth vertreten sind, will am 1. September über die Nachfolge Wolfgang Wagners beraten und vermutlich auch schon entscheiden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August. Wagner, der am 30. August 89 Jahre alt wird, scheidet mit dem Ende der diesjährigen Bayreuther Festspiele am 28. August nach 57 Jahren aus dem Amt.

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