Nikolaus und Weihnachtswunder

München - Es weihnachtet. Plätzchenduft und Lichterglanz ­ da gehören Bilderbücher einfach dazu. Ob zum Vorlesen in der Adventszeit oder am 24. Dezember auf dem Gabentisch: auf dieser Seite eine kleine Auswahl empfohlener Geschenke.

Der Nikolaus, das weiß doch jeder, ist ein fleißiger Mann. Keinen Kindergarten lässt er aus. So besucht er auch den von Sebastian. Und der kleine Junge antwortet auf die Frage, was er denn später einmal werden wolle: "Nikolaus". Damit geht's los für unseren Helden: die Arbeit, das Vorbereiten den ganzen Sommer über. Und dann endlich die amtliche Ernennung zum "Kleinen Nikolaus". Ein fröhliches, anregendes Buch mit lustigen Zeichnungen (Heinz Janisch, Evelyn Dariddi, Verlag Annette Betz, 10,36 Euro).

Wer diesen Klassiker der Weihnachtsliteratur nicht kennt, sollte das Versäumnis nachholen, zumal er jetzt in einer sehr schönen Neuausgabe erschienen ist: Hans Christian Andersens wunderbares Märchen "Der Tannenbaum", illustriert von Gerda Raidt. Mit ihren in gedämpften Farben gehaltenen Bildern belässt sie das Märchen in Andersens 19. Jahrhundert und trifft damit genau den festlichen wie auch den wehmütigen Ton dieser fesselnden Parabel auf das menschliche Leben. Dazu kann man sich hineinträumen in längst versunkene Zeit. Es geht um den kleinen Tannenbaum, der draußen in einer Waldlichtung steht und es wie ein Kind kaum erwarten kann, groß zu werden. Denn er wünscht sich nichts sehnlicher, als eines Tages glänzend geschmückt als Christbaum in einer guten Stube zu stehen. Der Wunsch geht in Erfüllung. Der kurze Schmerz des Fällens, der Moment höchster Glückseligkeit an Weihnachten, die Tristesse danach: kaum ein Buch, das sich besser eignen würde zum Vor- oder Gemeinsamlesen (Sauerländer, 13,90 Euro).

Heutzutage sehen geschmückte Weihnachtsbäume anders aus als bei Hans Christian Andersen. Sky du Mont und Sabine Wiemers haben ein hübsch realistisches Bilderbuch verfasst: "Sophies Weihnacht". Es erzählt von dem Mädchen, dessen Kuschelschaf ein Bein verloren hat ­ ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend! ­, vom kessen Bruder Lukas, dem smarten Papa und der schicken Mama. Eine Geschichte mit gewissem Wiedererkennungseffekt (Baumhaus, 12,90 Euro).

Was die kleine Lilo so alles anstellt, um der stattlichen, aber armen Frau Elefant aus dem Parterre den Wunsch nach einem eigenen Christbaum zu erfüllen, davon berichtet in originellen Bildern Martina Badstubers "Ein Weihnachtsbaum für Frau Elefant" (Residenz, 14,90).

Von der Heiligen Nacht, dem kleinen Esel und dem großen Ochsen, dem leuchtenden Stern über dem Stall von Betlehem und dem Wunder der Geburt Jesu handelt die von Christine Merz und Eleni Zabini anschaulich nacherzählte Weihnachtsgeschichte. Man kann sie ja in allen Varianten immer wieder lesen und hören. Diese hier ­ "Wie der kleine Esel das Weihnachtswunder fand" ­ ist eine besonders poetische und kindgerechte (Kerle/ Herder, 11,90 Euro).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Kas mit Karoline
Das New Yorker Regieduo 600 Highwaymen versuchte sich im Auftrag der Salzburger Festspiele an Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“. Lesen Sie hier unsere …
Kas mit Karoline

Kommentare