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„Männertreu“ von Hermine Huntgeburth mit Matthias Brandt und Suzanne von Borsody läuft in der Filmfest-Reihe „Neues deutsches Fernsehen“.

Noch ein Bundespräsident

München - Mehr Spielstätten, mehr Karten: Bogner-Hommage sowie Fernseh- und Kinderprogramm beim Filmfest München. Eine erste Vorschau.

Beim Filmfest München gibt’s keine Absperrungen; hier gilt: Jeder kann hin! Das Credo, dem sich Festivaldirektorin Diana Iljine und ihr Team verpflichtet fühlen, wollen sie heuer besonders unterstreichen. „Deshalb heißt unser diesjähriger Schwerpunkt ,Begegnung‘. Begegnung von Filmschaffenden und Publikum – das wollen wir dieses Jahr einmal mehr in den Fokus stellen“, kündigte sie gestern auf der ersten Pressekonferenz zum diesjährigen Filmfest München an.

Vom 27. Juni bis 5. Juli soll es deshalb noch mehr Austausch zwischen Kameraleuten, Regisseuren und Schauspielern mit dem Publikum geben. Denn genau diese Möglichkeit – für die Macher, die direkte Reaktion des Publikums zu spüren, und für die Zuschauer, einmal die Macher hinter der Kamera zu erleben – unterscheide doch einen „gewöhnlichen“ Kinoabend von Filmvorführungen auf einem Festival. Um das zu bewerkstelligen, werden in diesem Jahr neben dem Festivalzentrum Gasteig, dem Rio Filmpalast, dem Filmmuseum, der Hochschule für Fernsehen und Film, den Kinos Münchner Freiheit, Mathäser Filmpalast und dem Arri Kino auch die City Kinos sowie das Sendlinger Tor Filmtheater als Spielstätten dabei sein. Das bedeutet: Allein für die Eröffnungsgala können drei Säle genutzt werden. „Es wird also heuer nicht mehr Filme geben – dafür aber mehr Tickets“, verspricht die Festivalleiterin. Bei allen großen Events gehen mindestens die Hälfte der Karten in den freien Verkauf.

Dennoch wird genug Platz für die vielen Ehrengäste sein, die auch dieses Jahr erwartet werden. Höhepunkt: die Willy-Bogner-Reihe. Das Filmfest München wird eine der weltweit ersten Werkschauen des umtriebigen Regisseurs zeigen. „Willy Bogner ist auch in der Fachwelt äußerst beliebt. Gerade seine Kameraführung ist enorm innovativ. Ihn möchten wir zu seinem 50. Jubiläum mit dieser Schau ehren“, so Iljine. Denn bereits seit 50 Jahren dreht der ehemalige Skirennfahrer, Modedesigner und Unternehmer Filme, von denen 13 in München zu sehen sein werden. Darunter die Komödien „Benjamin“ und „Stehaufmädchen“ mit Iris Berben. Berben ist eine der prominenten Gäste, die am 28. Juni zum Gala-Abend zu Ehren Bogners in den Carl-Orff-Saal kommen werden. Karten hierzu sind ebenfalls für jedermann zu kaufen.

Doch das ist nur ein Höhepunkt des Festivals. „Eigentlich“, so Iljine, „ist jeder Film eine kleine Gala“. Das beweisen die Programme der zwei Filmreihen, die schon fertig sind: die des Kinderfilmfests und der Kategorie „Neues deutsches Fernsehen“. Ulrike Frick, Mitarbeiterin unserer Zeitung und zugleich verantwortlich für die Reihe zum aktuellen Fernsehen, freut sich besonders auf „Männertreu“, der  am  2. und 3. Juli gezeigt wird. „Das ist mein absoluter Lieblingsfilm der Reihe“, schwärmt sie über den Film von Hermine Huntgeburth, in dem Matthias Brandt als Bundespräsidentenkandidat  mit  den Medien zu  kämpfen  hat.  „Ein  gelungener Abgesang auf die verlorene Moral im Medien- und Politbetrieb“, so Ulrike Frick.

Im Kinderfilmfest-Programm gibt es heuer mit drei Ausnahmen ausschließlich deutsche Filme. Denn die waren im vergangenen Jahr besonders gut. Den Auftakt macht „Doktor Proktors Pupspulver“, eine „sehr schräge, laute, sehr, sehr komische Literaturverfilmung, die bei uns internationale Premiere feiert und unbedingt lohnenswert ist“, verspricht die Kinderfilm-Verantwortliche Katrin Hoffmann.

Katja Kraft

Informationen:

Das komplette Festival-Programm gibt es ab 10. Juni online unter filmfest-muenchen.de. Der online-Kartenverkauf startet dann am 16. Juni.

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