Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

Noch eine Woche

- Die Verhandlungen sind abgeschlossen, die Verträge unterschriftsreif - und schon nächste Woche will Kunstminister Hans Zehetmair bekannt geben, wer ab 2006 die Bayerische Staatsoper führen soll, wer also das Doppel Peter Jonas (Intendant) und Zubin Mehta (Generalmusikdirektor) beerben wird. In der Gerüchteküche siedet's heftig, sicher ist nur, dass zwei Namen nicht in Frage kommen: Udo Zimmermann, noch Intendant der Deutschen Oper Berlin, liebäugelt zwar intensiv mit dem Münchner Posten, wird ihn allerdings nicht bekommen.

<P>Und Alexander Pereira von der Züricher Oper hat mittlerweile abgewunken - unter anderem, weil er sich eine Zusammenarbeit mit dem geplanten Münchner Chefdirigenten nicht vorstellen kann.</P><P>Für die Zukunft der Bayerischen Staatsoper sind mehrere Varianten denkbar. Die mutigste wäre die Stuttgarter: Klaus Zehelein (Intendant) und Lothar Zagrosek (Chefdirigent) bescheren dem Haus im Schlossgarten seit Jahren künstlerische Höhenflüge. Im Gegensatz zu manch anderem Opernchef, der auf eine feste, sich bald verbrauchende Regisseur-Riege setzt, versammeln sie am Neckar die schillerndsten, ambitioniertesten der Zunft um sich, unterhalten auch ein funktionierendes Sänger-Ensemble - und haben von alldem auch das Publikum überzeugt.</P><P>Ein zweites Duo: Peter Mussbach und Kent Nagano, die übrigens in der hiesigen Saison 2004/ 05 Brittens "Billy Budd" herausbringen. Mussbach, Chef der Deutschen Staatsoper Berlin, könnte somit in seine Heimat München zurückkehren. Als Regisseur gibt er sich mäßig modern, ist sogar Met-kompatibel, würde also mit seiner künstlerischen Linie selbst Traditionalisten für sich gewinnen. Dass seine Inszenierungen in den letzten Jahren eher lau ausfielen, spricht nicht unbedingt gegen seine Qualitäten als Intendant.</P><P>Im Schlepptau Mussbachs wäre vorstellbar, dass sich Kent Nagano, Chef des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, an der Isar ein weiteres Standbein sucht - womit München einen der zurzeit wichtigsten, aufregendsten und Konzept-stärksten Dirigenten erhielte. Nagano, das haben die Berliner Kulturpolitiker schon zu spüren bekommen, würde auf erweiterte künstlerische Kompetenzen pochen, vielleicht hat Alexander Pereira ja deshalb seine Kandidatur zurückgezogen . . .</P><P>Eine eher ungewöhnliche Variante: Eva Wagner-Pasquier, Urenkelin des Komponisten. Genervt vom ewigen Nachfolge-Streit müsste sie damit entweder ihre Bayreuth-Ansprüche endgültig begraben _ oder sogar ein neues Intendantenmodell ermöglichen: Bayreuth als weiteres Staatstheater? Damit würde eine alte Debatte wieder aufflammen, die zu Everdings Zeiten aktuell war.</P><P>Ein heißer Kandidat auf den Münchner GMD-Posten ist unzweifelhaft Fabio Luisi. Er, der schon musikalischer Chef der Deutschen Oper Berlin werden sollte und dank Christian Thielemann wieder vergrault wurde, hat der Bayerischen Staatsoper aufregende Abende beschert, zuletzt mit Puccinis "Manon Lescaut". Luisi ist Garant dafür, dass selbst kaum geprobte Repertoire-Aufführungen mit einem eigentlich demotivierten Orchester plötzlich Premierenspannung bekommen. Ihm den Stempel "italienisches Fach" aufzudrücken, griffe zu kurz, auch in anderen Stilrichtungen hat er bereits seine Klasse bewiesen.</P><P>Ein weiterer Kollege, der in München als "ministrabel" gilt: Ingo Metzmacher, dessen Hamburger Dirigate (fast) ausnahmslos Ereignisse sind, der auch - frustriert vom dortigen Spardruck - vielleicht sein Heil im Wechsel sucht. Gerade musste er an der Elbe zwei Produktionen streichen, doch in München könnte es ihm oder einem anderen Konkurrenten bald genauso ergehen: Die fetten Zeiten, in denen man sich an der Bayerischen Staatsoper innerhalb eines Jahres zwei "Walküren" leisten konnte, sind vorbei.<BR><BR></P>

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