Noch eineinhalb Jahre

- In eineinhalb Jahren ist es so weit. Dann ist - endlich - klar, was "Kunst im öffentlichen Raum" für München bedeutet, nach welchen Kriterien diese ausgewählt wird, welche Projekte eine Chance auf Unterstützung haben. So viel Zeit will sich die Stadt mit einer "Pilotphase" gestatten, in der sich ein Expertengremium, nicht das erste dieser Art übrigens, mit der Thematik befasst.

Das beschloss gestern der Stadtrat - keine Überraschung, hatte sich die Entscheidung doch im Kulturausschuss abgezeichnet. Die CSU-Fraktion hatte sich sogar für eine dreijährige Pilotphase ausgesprochen, wurde aber überstimmt. Für eine Überraschung sorgte indes Kulturreferentin Lydia Hartl, die entscheidende Teile ihrer Vorlage zurückzog und sich dem Änderungsantrag von SPD/Grüne/Rosa Liste anschloss. Damit ist sichergestellt, dass die bildende Kunst Schwerpunkt bei Kunst im öffentlichen Raum bleibt, Hartl hatte den Begriff unter anderem auf Theater oder Musik ausdehnen wollen. Überdies forderte der Stadtrat, dass mindestens 70 Prozent der Mittel auch tatsächlich in die Kunst fließen und nicht von Personalkosten, Öffentlichkeits- oder Verwaltungsarbeit aufgefressen werden.<BR>Was freilich mit den rund 1,1 Millionen Euro passiert, die der Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen und die als Haushaltsrest von 2001 noch unverplant in der Stadtkasse liegen, ist immer noch offen. Damit das Geld nicht wieder dem Haushalt einverleibt wird, soll ein Expertenteam bis zum Kulturausschuss am 12. Dezember erste Projekte vorschlagen. Dieses Team wiederum setzt sich zusammen aus Mitgliedern des größeren Gremiums, das in der eineinhalbjährigen Pilotphase tagen wird.<BR><BR>Auch wenn kurz vor Torschluss nun hektische Betriebsamkeit ausbricht: Die 1,1 Millionen Euro, das machte gestern Oberbürgermeister Christian Ude deutlich, verfallen nicht Ende des Jahres, können notfalls über ein anderes Verfahren abgerufen werden - was hoffentlich Referat und Räten nicht als Vorwand für eine weitere Verzögerung dient.

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