Noch zwei Gremien

- Um gut zwei Millionen Euro geht es. Die liegen seit langem unverplant in der Stadtkasse; Geld, von dem etwa die SPD unter anderem einen Skulpturenpark auf dem Münchner Marstallplatz oder an anderem Ort installieren lassen möchte. Und nächstes Jahr könnten noch einmal gut eineinhalb Millionen dazukommen.

<P>Doch was genau "Kunst im öffentlichen Raum" für die Landeshauptstadt bedeutet, welche Projekte unterstützt werden sollen, was mit dem vielen Geld passiert, das ist angeblich noch nicht erschöpfend diskutiert _ und wird sich wohl erst in eineinhalb Jahren genau klären lassen. Denn so lange soll sich nach dem Willen von Kulturreferentin Lydia Hartl ein Expertengremium mit dem Thema befassen, obwohl schon mehrere Insider-Runden dazu getagt haben.</P><P>Für die Öffentlichkeit bleibt die Sache nebulös. Einen konkreten Beschluss mochte gestern nämlich auch der Kulturausschuss nicht fassen, der den Punkt auf die Stadtratssitzung vertagte. Grundsätzlich jedoch, dies wurde in der Debatte deutlich, scheinen sich die Ausschuss-Mitglieder mit der Planung Lydia Hartls anfreunden zu können. Und die sieht folgendermaßen aus: Ein Expertengremium soll sich eineinhalb Jahre lang über Kunst im öffentlichen Raum unterhalten und ein Konzept inklusive Vergabe-Richtlinien erarbeiten. Nach dieser "Pilotphase", wie es das Kulturreferat ausdrückt, könne der Stadtrat übers weitere Vorgehen entscheiden.</P><P>Damit das Thema Kunst im öffentlichen Raum nicht auf unbestimmte Zeit verschoben wird und baldmöglichst einige Vorhaben realisiert werden, schlägt Lydia Hartl ein weiteres, kleineres "Team" vor, in das die große Expertenrunde Vertreter entsendet. Bis zum nächsten Kulturausschuss am 12. Dezember solle dieses "geeignete Kunstprojekte" vorschlagen _ wohl auch, um wenigstens einen Teil der bereitgestellten Gelder abzurufen und Kunst im öffentlichen Raum nicht ganz überflüssig zu machen.</P><P>Eine inhaltliche Debatte verschob der Kulturausschuss gestern aufs Stadtrats-Plenum. Lydia Hartl musste dennoch Kritik aus der CSU einstecken, die bekrittelte, dass die Sitzungsvorlage erst vor wenigen Tagen eingegangen war. "Ich muss innerhalb von zweieinhalb Wochen über etwas entscheiden, für das sich das Referat eineinhalb Jahre Zeit genommen hat", sagte Richard Quaas (CSU). Bei Monika Renner (SPD) klangen mit Blick auf die zusätzliche "Pilotphase" leise Zweifel an: "Das mag vielleicht ein etwas lang gezogenes Verfahren sein. Aber wenn's transparent sein soll, ist das wahrscheinlich erforderlich." Sie hatte eine Vertagung in den Stadtrat gefordert, da zur gesamten Problematik noch die Kommission für Kunst am Bau gehört werden solle.</P><P>Lydia Hartl konnte am neuerlichen Aufschub nichts Verwerfliches finden: "Dies ist ein Prozess, der offen sein muss." Man dürfe schließlich die Thematik Kunst im öffentlichen Raum "nicht knebeln und voreilig ins Korsett eines Konzepts schnüren".<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Kas mit Karoline
Das New Yorker Regieduo 600 Highwaymen versuchte sich im Auftrag der Salzburger Festspiele an Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“. Lesen Sie hier unsere …
Kas mit Karoline

Kommentare