Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

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Musical nach dem Filmerfolg „The Full Monty“ oder „Ganz oder gar nicht“.

Vorbericht

Österreich-Import

München - Das Deutsche Theater plant ein Musical mit dem Zeug zum Publikumsrenner: „The Full Monty“. Die Premiere ist für den Oktober auf dem Spielplan. 

Werden die Zeiten in finanzieller Hinsicht etwas unstabiler, muss man einfach ein wenig zusammenrücken. So wie es zuletzt etwa die Bayerische Staatsoper praktiziert hat, die sich ihre auf Nummer sicher angelegte „Tosca“ von der New Yorker Met importieren ließ.

Werden die Zeiten in finanzieller Hinsicht etwas unstabiler, muss man einfach ein wenig zusammenrücken. So wie es zuletzt etwa die Bayerische Staatsoper praktiziert hat, die sich ihre auf Nummer sicher angelegte „Tosca“ von der New Yorker Met importieren ließ. Warum also sollte das, was für den weltoffenen Kulturtempel funktioniert, nicht auch bei den Kollegen vom Deutschen Theater glücken? Selbst wenn der Musicalsommer Amstetten auf den ersten Blick weniger glamourös wirkt als der Big Apple.

Musicalkenner wissen aber um den Stellenwert des kleinen niederösterreichischen Städtchens, das bei unseren Nachbarn vom Ansehen her mindestens Platz 2 hinter den Vereinigten Bühnen Wien einnimmt. So muss man sich wohl keine Sorgen machen, wenn nun nach dem Erfolg von „Carmen Cubana“ und dem „Rockville“-Gastspiel im vergangenen Jahr bereits die dritte Kooperation über die Bühne des Fröttmaninger Theaterzelts geht.

Denn „The Full Monty“ hat eindeutig das Zeug zum Publikumsrenner. Angefangen hat es auch in Amstetten einst mit der sommerlichen Operette. Doch bald schon erkannten die Organisatoren des Festivals die Zeichen der Zeit und setzten auf die boomende Kunstform aus Amerika. Was prompt eine Verjüngung des Publikums mit sich brachte, von der viele Intendanten nur träumen können. Ein Trend, der sich bis heute konsequent fortsetzt, weil Klassiker wie „My Fair Lady“ und „Kiss Me Kate“ inzwischen endgültig vom Rock- und Popmusical neueren Datums abgelöst wurden. Davon in den letzten 21 Jahren gleich 13 österreichische und teils sogar deutschsprachige Erstaufführungen.

Womit der Beweis erbracht wäre, dass das Musical-Repertoire längst nicht so schmal ist, wie man beim Blick auf die Spielpläne der hiesigen Staats- und Stadttheater oft meinen könnte. Der jüngste Streich, der Amstetten in diesem Sommer erneut eine hervorragende Auslastung bescherte, ist nun also „The Full Monty“. David Yazbeks Musical nach dem gleichnamigen Filmerfolg von 1997, der bei uns unter dem Titel „Ganz oder gar nicht“ in den Kinos lief.

Erzählt wird hier die Geschichte von sechs arbeitslosen Stahlarbeitern, die ihre Sozialhilfe durch einen improvisierten Auftritt als Stripper aufbessern wollen. Was sich wohl wirklich nur nach einer langen, feuchtfröhlichen Kneipentour wie ein guter Plan anhören kann. Denn dass fast keiner der Herren auch nur annähernd über das Waschbrett der Chippendales verfügt und das tänzerische Talent ebenfalls sehr übersichtlich verteilt ist, sorgt da schon bei den ersten, schüchtern verklemmten Entblätterungsversuchen für schallendes Gelächter.

Bis am Ende dann tatsächlich alle Hüllen fallen, dürfen sich die Münchner Zuschauer(innen) auf eine von Kim Duddy temporeich umgesetzte Musical Comedy freuen, die mit witzigen Dialogen und netten Melodien überzeugt. Dass ausgerechnet eine Frau die Möchtegernstripper in Szene setzt, ist dabei ebenso wenig Zufall wie die Auswahl des Stückes, wie Amstettens Intendant Johann Kropfreiter verrät: „Sind wir einmal ehrlich, der Großteil des Musicalpublikums sind immer noch Frauen, die ihre Männer mit ins Theater nehmen. Also wollten wir bewusst eine Show für Frauen machen.“

Was aber nicht heißt, dass man(n) nicht mindestens genau so viel Spaß an der Tollpatschigkeit seiner Geschlechtsgenossen haben kann. Auch für Werner Steer vom Deutschen Theater hat die Kooperation mehr als nur finanzielle Gründe. Er kommt immer wieder gern nach Amstetten, „weil hier die Qualität einfach stimmt. Die müssen sich hinter Wien nicht verstecken. Ganz im Gegenteil.“

Da wäre es natürlich schade, wenn diese Produktionen nach nur vier Wochen wieder von der Bühne verschwinden würden. Weshalb man nicht zögerte, sich „The Full Monty“ bereits im Vorfeld für München zu sichern. Und in künstlerischer Hinsicht hat sich dieses Vertrauen auf jeden Fall schon wieder bezahlt gemacht. Jetzt muss nur noch das Münchner Publikum anbeißen, dann können beide Seiten hoffentlich noch lange von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit profitieren.

Vorstellungen 7. bis 24. Oktober; Karten: 089 / 55 23 44 44.

von Tobias Hell

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