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"Of Monsters And Men"

Eigenwillige Musik von der Vulkaninsel

So war "Of Monsters And Men" im Zenith

München - Die Band "Of Monsters and men" aus Island überzeugte in Zenith im München mit eigenwilliger Musik von der Vulkaninsel.

Auf Island prallen Gegensätze aufeinander: Eis und Feuer, heiße Quellen und eiskalter Wind. Zwischen diesen Extremen ist genügend Raum für meterweise Mythen und Märchen.

Ganz selbstverständlich gehen die Bewohner der Vulkaninsel zum Beispiel davon aus, dass sich vielerlei Fabelhaftes zwischen den sanften Hügeln und wuchtigen Gletschern ihrer Heimat zuträgt. Elfen, Trollen oder Zwergen wird völlig selbstverständlich ihre Dasein zugestanden.

Entsprechend eigenwillig ist oft Musik, die aus Island kommt. Ihr eigen ist meist eine musikalische Parallelwelt, eine Art Flirren und Sirren, das einzelne Töne zu umschweben scheint. Auch beim buchstäblich mit Pauken und Trompeten befeuerten Folk-Pop von „Of Monsters And Men“ in schönster Arcade-Fire-Schule ist das so. Hinter viel Gesirre verbergen sich allerdings griffige Popsongs und eingängige Hymnen, mit denen sich ganze Hallen mobilisieren lassen. Gut: Das Zenith war, obwohl halb abgehängt, immer noch eher locker voll. Stimmung kam dennoch auf: Der so mitreissende wie herzerhebende Gesamtsound des live auf acht Mann angewachsenen isländischen Kollektivs überzeugte. Vor allem die Songs vom ersten Album „My Head Is An Animal“ zündeten sofort, die vom neuen Album „Beneath The Skin“ schieden sich in „hinhörenswert“ – und „irgendwie konstruiert“. Dennoch: Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, Ragnar Þórhallsson, Brynjar Leifsson, Arnar Rósenkranz Hilmarsson, Árni Guðjónsson und Kristján Páll Kristjánsson ließen keinen Zweifel daran, dass sie viel mehr sind als ihr Hey!-Hit „Little Talks“ und bewiesen, dass man sie keinesfalls vorschnell in die Karnevals-Folker-Ecke zu den Lumineers stellen sollte.

Im Gegenteil: Am besten funktionierten die routiniert agierenden Harmonienzauberer bei durchdacht orchestrierten und dynamischen Nummern wie „Dirty Paws“, „King And Lionheart“ oder dem neuen „Empire“. Vor allem Nanna Bryndís Hilmarsdóttirs im Ansatz wunderbar brüchige Elfenstimme im Zusammenklang mit dem Bariton von Co-Sänger Ragnar Þórhallsson verzauberten immer wieder; ob nun folkgewordene Fabeln, gesangeworden Gefühle oder songgewordene Sphären durch das Zenith wehten.

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