Ohrwürmer erlaubt

- Die Ouvertüre zur komischen Oper "Donna Diana" von Emil Nikolaus von Reznicek zählt vornehmlich zum Repertoire von Kurorchestern und Wunschkonzerten. Sie im Programm der Münchner Philharmoniker zu finden, ist ungewöhnlich. Doch zum Jahresabschluss 2005 eröffnete Münchens Renommierorchester mit eben jenem Ohrwurm und präsentierte ihn unter Leitung seines Generalmusikdirektors Christian Thielemann ausgesprochen schwungvoll, frisch und ohne Pathos. Man könnte gar sagen: preußisch straff und mit Schmackes.

Anschließend folgte der Wechsel in eine gänzlich andere Welt, in die von "Shé´herazade". Als hochkarätige Solistin hatten sich die Münchner Philharmoniker Mezzosopranistin Waltraud Meier für dieses Programm geladen. Sie präsentierte den Solopart des sich zwischen Licht und Schatten bewegenden Harmoniezaubers von Ravels Orchester-Poem extrem zurückgenommen, begleitet von den filigran agierenden Philharmonikern. Noch leiser in den Feinabstufungen wurden Waltraud Meier und das Orchester in den "Vier Orchesterliedern" von Richard Strauss. Meier sang diese Lieder mit warm geführter, farbenreicher, in sich selbst ruhender Stimme.

Fröhliche Walzerseligkeit stand zum Schluss mit der Orchestersuite aus der Komödie für Musik, "Der Rosenkavalier", von Richard Strauss auf dem Programm. Hier machte sich denn satter Wiener Streicherklang breit, und Thielemann bot die jugendlich-frische Tondichtung des Meisters wunderbar ausgewogen, subtil und vital.

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