Opernchefin Simone Young: "Chancen muss man ergreifen"

- Hamburg - Hamburgs Generalmusikdirektorin Simone Young (45), von der Zeitschrift "Opernwelt" gerade zur "Dirigentin des Jahres" gewählt, kann sich noch gut an "ihre große Chance" erinnern.

"Das war 1992 in Bayreuth. Ich war Assistentin von Daniel Barenboim in Bayreuth, als er während der Orchester-Probe zur "Walküre" plötzlich zu mir meinte: Mach Du weiter!", sagte die australische Dirigentin am Mittwoch in Hamburg bei der Vorstellung des Buches "Simone Young - Die Dirigentin" (Europäische Verlagsanstalt, S. 284, Euro 24). "Alle dachten, er kommt wieder, aber er kam nicht wieder!", erinnerte sich Young, die seit einem Jahr die Oper in Hamburg leitet.

Der Journalist Ralf Pleger, der bereits für Arte ein Porträt der Dirigentin drehte, beschreibt den Lebensweg der außergewöhnlichen Künstlerin von ihren Anfängen in Australien über ihre "Galeerenjahre" im (k)alten Europa bis zu ihren Chefposten in Bergen, Sydney und Hamburg. "Simone Young eroberte mit Bravour die ersten Adressen der Opern- und Konzertwelt und warf dabei das Klischeebild vom Maestro - männlich, betagt, elitär - in jeder Kategorie über den Haufen", sagte Pleger. Die Chronologie des Buches wird immer wieder durch Gespräche mit der Künstlerin und ihren Weggefährten, Exkurse in die Gegenwart und Gespräche über Musik aufgelockert.

Auch persönliche Einblicke sind gestattet, so zeigt ein Foto Simone Young mit ihrer Tochter Lucie im Arm nach ihrem Debüt im norwegischen Bergen. "Ich weiß, dass es ohne meinen Mann nicht möglich gewesen wäre, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen", sagte die Mutter zweier Töchter. So habe damals in Köln, als es keine Betreuungsmöglichkeiten für ihre Tochter gegeben hätte, ihr Mann Greg Condon Erziehungsurlaub genommen. "Wenn es um das Thema Kind und Karriere geht, frage ich mich häufig: Wo sind die Partner?"

www.staatsoper-hamburg.de

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