Verdi à la Neuzeit: Sopranistin Rossana Cardia in Cornelia von Kerssenbrocks „Aida“-Inszenierung. foto: gut immling

Opernfestival startet mit Verdis „Aida“

Gut Immling - Fast am schönsten ist es, wenn man in der Pause draußen steht, über die Hügel des Chiemgaus blickt, die untergehende Sonne genießt, vielleicht sogar auch - was häufiger vorkommt - ein spektakuläres Gewitter beobachtet, das (hoffentlich) in gebührender Entfernung vorbeizieht.

Was nicht heißt, dass drinnen, in der umgebauten Reithalle, nicht ebenso Aufsehenerregendes über die Bühne geht.

Heuer zum Beispiel mit der Spektakel-Oper schlechthin: Verdis „Aida“ eröffnet am kommenden Samstag das Opernfestival auf Gut Immling bei Bad Endorf. Elefanten gibt es nicht, dafür möchte Regisseurin Verena von Kerssenbrock das Unterdrückungssystem des ägyptischen Pharao auf ihre Weise ins Heute holen: Durchgesickert ist schon, dass überlebensgroße Figuren von Mao, Stalin und Fidel Castro sowie Atomraketen die Szenerie bestimmen sollen, ebenso Anspielungen auf den Film „Avatar“. Am Pult der Münchner Symphoniker steht die Schwester der Regisseurin, Cornelia von Kerssenbrock. Und das Bühnenbild besorgt wie in den letzten Jahren Babykost-Unternehmer und Zweitberufs-Künstler Claus Hipp.

Das Immlinger Festival dauert bis 18. August - und lockt noch mit einer zweiten Neuproduktion, mit Mozarts „Don Giovanni“. Premiere ist am 24. Juni, die Münchner Symphoniker werden dieses Mal dirigiert von ihrem Chef Georg Schmöhe. Für die Inszenierung zeichnet Petra Luisa Meyer verantwortlich. Sie begann als Schauspielerin und arbeitet mittlerweile als freie Regisseurin. Ihre Produktionen kamen unter anderem am Staatstheater Nürnberg, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Theater Meiningen heraus.

Extra für Kinder wird eine besondere Fassung von Mozarts „Zauberflöte“ wiederaufgenommen (ab 26. Juni), die Festival-Intendant Ludwig Baumann eingerichtet hat. Vierte Opern-Produktion ist Vivaldis „Orlando Furioso“, ein Projekt, das Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock mit den Nachwuchskräften der Immlinger Opern-Akademie erarbeitet (ab 21. Juli). Abgerundet wird das Programm durch eine Reihe zum Teil ungewöhnlicher Konzerte: Die „Spanische Nacht“ etwa bietet unter freiem Himmel iberische Rassepferde und andalusische Musik. markus Thiel

Informationen und Karten

unter www.gut-immling.de

oder unter der Telefonnummer 08055/ 903 40.

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