Zum Tod von Opernsänger Kieth Engen

- Ins Opernfach hat er sich fast "hineingeschlichen". Über einen Karrierebeginn als Konzertsänger, nachdem er die US-Provinz (Irazee in Minnesota) verlassen, in Kalifornien studiert hatte und schließlich an der Wiener Musikakademie gelandet war. Kieth Engen war dann einer der wenigen Solisten, die sich sowohl im Konzert als auch im Musiktheater gleichermaßen behaupten konnten. Vor allem München hat davon profitiert.

<P>Hier kam er dank Rudolf Hartmann 1955 an die Staatsoper, hier war er - beim Bach-Chor unter Karl Richter - regelmäßig zu erleben mit Kantaten oder Passionen des Thomas-Kantors. Am 2. September ist Kieth Engen, wie erst jetzt bekannt wurde, im Alter von 79 Jahren in Murnau gestorben.</P><P>Für seine Vielfalt, sein breit gestreutes Interesse prädestinierte ihn, diesen hochgewachsenen, fast einschüchternden Sänger, seine Spiellust, besonders aber seine Stimme: ein viriler, groß dimensionierter, hoher Bass von aufgerautem Charme und mit bemerkenswertem Stilgefühl geführt. Mehr als 60 Partien hatte Engen im Repertoire, vom "Figaro"-Graf über Mephisto ("Faust") bis zu "Tannhäuser"-Landgraf und König Heinrich im "Lohengrin", Letzteren sang er bei den Bayreuther Festspielen. Engens Neugier galt daneben der Musik des 20. Jahrhunderts. 1968 etwa war er in Stuttgart bei der Uraufführung von Orffs "Prometheus" dabei, 1991 in München bei Pendereckis "Ubu Rex".</P><P>Kieth Engen war mit der früheren Burgschauspielerin Erika Berghöfer verheiratet, 1972 zog er nach Murnau. Und dort, in seiner zweiten, bayerischen Heimat, wird er am Freitag, 11 Uhr, beerdigt.Kieth Engen im Jahr 1958 als "Figaro"-Graf.Foto: Toepffer</P>

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