Optimaler Schauplatz

- Sind nicht auch viele Oratorien Georg Friedrich Händels letztlich nichts weiter als Opern in kirchlicher Verkleidung? Nicht ohne Grund hat es in den letzten Jahren immer wieder erfolgreiche Versuche gegeben auch geistliche Werke des Komponisten auf die Bühne zu stellen. Zum Abschluss der diesjährigen Residenzwoche war nun am Sonntag Händels Oratorium "Theodora" zu erleben.

Zwar in konzertanter Form, doch kann man sich für diese biblische Tragödie wohl kaum ein geeigneteres Bühnenbild vorstellen als das Antiquarium der Residenz. Mit seinen reich verzierten Rundbögen und all den hochehrwürdigen römischen Herrschaften, die hier als Marmorbüste auf das Treiben herabblicken, erwies sich der Saal als ideale Kulisse für Händels bewegendes Werk.

Und so hatte sich dort, wo einst der fürstliche Hof seine prunkvollen Bankette inszenierte, nun ein nicht minder erlesenes Ensemble von Barock-Spezialisten versammelt. Nur wenig Theatralik ließ dabei Dirigent Wolfgang Kelber aufkommen, der das nicht immer ganz sauber intonierende Monteverdi-Orchester und die Sänger des Heinrich Schütz Ensembles stilistisch sicher, wenn auch an mancher Stelle vielleicht eine Spur zu nüchtern durch das Werk führte.

An der Spitze der Solisten stand ohne Zweifel Emma Kirkby, die in der Titelpartie der Theodora mit klarer Diktion und unschuldig reiner Stimme überzeugte und ihre Arien eindringlich zu gestalten verstand. Neben ihr wusste vor allem Rufus Müller Septimius zu beeindrucken. Ebenso Countertenor Patrick van Goethem als Didymus, dessen herber Stimmklang sich im Duett fast ideal mit Kirkbys Sopran ergänzte.

Weniger Gelegenheit, sich zu profilieren, hatten Anna Haase und Thomas Gropper. Doch auch so war zumindest stimmlich für ein Fest gesorgt, dass selbst dem barocken Fürstenhof zu Ehren gereicht hätte.

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