Orchesterpremiere in Frauenkirche

- Dresden - Die wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche hat am Freitagabend erstmals als großes Konzertpodium gedient. Für Ludwig van Beethovens "Missa solemnis" spendete das Publikum nach eineinhalb Stunden Musik zehn Minuten Beifall. An der Aufführung unter Leitung des Italieners Fabio Luisi waren die Sächsische Staatskapelle Dresden, der Chor der Semperoper und ein Solistenensemble mit Camilla Nylund (Sopran), Birgit Remmert (Alt), Christian Elsner (Tenor) und René Pape (Bass) beteiligt.

Elsner war für den erkrankten Christoph Prgardien eingesprungen. Am Samstagabend wird die Messe noch einmal interpretiert.

Das erste große Konzert in der Frauenkirche stieß auch international auf starke Resonanz. 20 Rundfunk- und Fernsehsender übertrugen das Ereignis in 14 Länder, neun davon direkt. ZDF und ARTE zeichneten es auf. Am Sonntag (6. November) kann sich der Fernsehzuschauer beim deutsch-französischen Kulturkanal ARTE (19.00 Uhr) einen Eindruck von der Aufführung machen. Die Frauenkirche wird künftig von der Staatskapelle und der Philharmonie regelmäßig als Bühne genutzt.

Das Gotteshaus hatte schon am Tag seiner Weihe am 30. Oktober bei einem Orgelkonzert im Dienst der Künste gestanden. In den kommenden Tagen stehen weitere hochkarätige Veranstaltungen auf dem Programm. Am 11. November musizieren die Dresdner Philharmoniker mit ihrem Ehrendirigenten Kurt Masur. Dabei wird das eigens für die Frauenkirche geschaffene "Te Deum" von Siegfried Matthus uraufgeführt.

Vom 17. bis 19. November sind die New Yorker Philharmoniker unter Lorin Maazel bei drei Konzerten zu Gast. Zu diesem Anlass gibt es gleichfalls eine Uraufführung: Die Komposition "Berceuse for Dresden" wurde von Amerikanern in Auftrag gegeben und ist als Beitrag zur Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner gedacht. Die barocke Frauenkirche versank nach Angriffen britischer und amerikanischer Bomber im Februar 1945 in Trümmern und entstand mit Spenden aus aller Welt wieder neu.

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