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Dieses stimmstarke Ensemble hält dem Vergleich mit dem legendären Film mühelos stand.

„Rocky Horror Show“ im Deutschen Theater

Orgien mit Klorolle, Straps und Fummel

"Don’t dream it – be it!“ So lehrt es uns die „Rocky Horror Show“. Doch ob Richard O’Brien vor 36 Jahren beim Schreiben dieser Worte geahnt hat, dass man seine Hymne einmal rund um den Erdball anstimmen wird?

Dass sich eine kleine, nur notdürftig finanzierte Produktion quasi über Nacht zum weltweiten Phänomen entwickeln würde? Wohl kaum. Und trotzdem ist der Rocky-Kult lebendiger denn je und bringt auch das Fröttmaninger Ausweichzelt des Deutschen Theaters zum Kochen.

Umjubelter Abend, zaghafte Promis


Regisseur Sam Buntrock gelingt hier das Kunststück, einen eigenen Weg zur Show zu finden, ohne die Fans der legendären Verfilmung mit Tim Curry und Co. zu verprellen. Denn an witzigen Ideen mangelt es ihm nicht. Schon vor dem Beginn wird das Publikum mit Trailern zu „Bride of the Monster“, „Tarantula“ und anderen Perlen des schlechten Geschmacks auf die Trash-Orgie eingestimmt.

Auch im weiteren Verlauf des umjubelten Abends finden sowohl der Horror- wie der Musicalfan immer wieder versteckte Insider-Pointen. So trifft man sich im „Psycho“-Haus von Norman Bates zum „Time Warp“, und am Ende darf Frank’n’Furter wie Judy Garland selig die Hacken seiner roten Schuhe aneinanderschlagen, um sich damit nach Hause zu träumen. Für einen gelungenen „Rocky“ ist das freilich erst die halbe Miete. Denn auch von den Zuschauern ist Einsatz gefordert. Während sich aber in den vorderen Reihen Premieren-Promis ihre pink glitzernden Hütchen erst nach Zureden der Paparazzi überstülpen, kennt der Rest zum Glück keine Hemmungen und sorgt mit fliegenden Klorollen, Wasserpistolen und Leuchtstäben fürs Rocky-Feeling. Zumal sich mehr als nur ein kleiner Möchtegern-Frank’n’Furter in Straps und Fummel geworfen hat, um den Darstellern Konkurrenz zu machen.

Die lassen sich von keinem noch so vorlauten Zwischenruf aus der Ruhe bringen. Allen voran Rob Fowler, der als wasserstoffblondierter Sweet Transvestite ein so herrlich dämonisches Lachen hat, dass jeder Vergleich mit Ur-Transylvanier Tim Curry sofort hinfällig wird. Zumal Fowler mit mächtiger Rockröhre auch bei den Songs abräumen kann. Gleiches gilt für die skurrile Dienerschaft, Riff Raff (Stuart Matthew Price) und Magenta (Maria Franzén). Mit einem so spielfreudigen wie stimmstarken Ensemble darf Rocky ruhig noch öfter Geburtstag feiern. Live geht das in München noch bis Ende des Monats. Danach muss leider wieder die gute alte DVD herhalten.

von Tobias Hell

Bis 29. März,

Tel. 089/ 55 23 44 44.

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