Original Schiller

- Die Sehnsucht nach dem Original ist dafür verantwortlich, dass immer wieder einzelne Verlage mutig historische Buchausgaben im Faksimile-Druck herausgeben. Zum aktuellen Schiller-Jahr - der Dichter ist heute vor 200 Jahren in Weimar gestorben - sind zwei der bibliophilen Kostbarkeiten zu empfehlen.

Im Kölner DuMont Verlag erschien "Friedrich Schiller - Schöne Briefe" (98 Euro). Aus etwa 2 200 Exemplaren traf Herausgeber Norbert Oeller für diesen erlesenen Band eine Auswahl von 22. Wer will und wer darüber hinaus der deutschen Schrift mächtig ist, kann sich in die als Faksimile gedruckte Handschrift des Meisters vertiefen. Der ausführliche Anhang enthält die Transkriptionen mit Erläuterungen des Herausgebers.<BR><BR>Das andere, Begehrlichkeiten weckende Buch ist die Ausgabe "Friedrich Schiller - Gedichte". Es handelt sich bei diesem leicht kitschig-luxuriösen Großformat um einen vollständigen Nachdruck der illustrierten, damals bei Cotta erschienenen Prachtausgabe von 1859, also zu Schillers 100. Geburtstag. Zu seinem 200. Todestag hat der Kölner Taschen Verlag diese Jubiläumsausgabe als Reprint nachgedruckt (49, 99 Euro). Das Besondere daran sind über die wunderbar angeordneten Gedichte (Frakturschrift) hinaus die üppigen Illustrationen.<BR><BR>Man hatte es sich schon damals etwas kosten lassen, denn zum ersten Mal wurde in Deutschland die Fotografie eingesetzt - zur Reproduktion von Illustrationen. Darunter eine Reihe von Gemälden u. a. von Piloty, Schwind und Makart. Dieses von Stephan Füssel äußerst sachkundig edierte Buch bleibt aber nicht stehen im 19. Jahrhundert. Füssel beschreibt und bewertet die Klassikerrezeption und all jene Erscheinungen, die bis heute dazu gehören.<BR>Sabine Dultz<BR><BR><P><BR> </P>

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