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Calexico, die heimeligste Alternative-Country-Band der Welt.

Calexico: Von New Orleans betört

Nach Abwechslung stand Joey Burns und John Convertino der Sinn, als es an die ersten neuen Calexico-Aufnahmen seit sechs Jahren ging.

Die beiden waren nicht faul in der Zwischenzeit, tourten erst mit der eigenen Band um die Erde und folgten danach zahlreichen Einladungen von Indie-Größen rund um den Globus. Doch irgendwann war wieder Zeit fürs Kerngeschäft – und man traf sich zum Songwriting in heimischen Gefilden.

Das wollte nicht so recht funktionieren, weil die Wüste von Arizona im Winter wenig Inspirierendes zu bieten hatte. Also mieteten sich die beiden in New Orleans ein, genauer gesagt im Stadtteil Algiers. Und es scheint ihnen dort gefallen zu haben. Denn man hört den neuen Calexico-Songs ein hohes Maß an Entspannung an. Inhaltlich fassen sie einerseits die Vergangenheit zwischen soundtrackartigen Instrumentalstücken und schwelgerisch-schönen Indierock-Songs zusammen. Mit etwaigen neuen Elementen hält man sich gottlob zurück. Denn was gäbe es zu verbessern an diesem zur Marke gewordenen staubtrockenen Sound? Nichts und wieder nichts.

Das Post-Katrina-New-Orleans findet zwar durchaus ein bisschen musikalischen Niederschlag – bisweilen knacken die Bläsersätze ein wenig lässiger als sonst. Inhaltlich jedoch finden Convertino & Burns eher Inspiration im Melting-Pot an der Mississippi-Mündung und beziehen sich in ihren Texten auf Flüchtlingsschicksale; eine Art roter Faden durch alle bisherigen Veröffentlichungen. So bleibt Calexico, was es ist: herrlich schöner Sound für Menschen, die mit der Fähigkeit zum Kopfkino und einem Hang zur Ästhetik ausgestattet sind. Das zweifellos bisher schönste Album in der Karriere der heimeligsten Alternative-Country-Band der Welt.

Christoph Ulrich

Calexico:

„Algiers“ (City Slang).

Die Band spielt am 29. November in Münchens Muffathalle. Karten: 089/5481 8181.

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