Osteuropa in der Mitte

- Im Osten steigt die kulturelle Sonne nach der Ära des Kalten Krieges immer höher. Grund für die Veranstalter des 24. Münchner Filmfests, Osteuropa neben der kanadischen Provinz Qué´bec zum regionalen Schwerpunkt des Sommer-Festivals zu küren. Unter dem Motto "Aus der Mitte" werden vom 15. bis 22. Juli neben Premieren aus aller Welt zehn Filme gezeigt, die einen Einblick in das filmische Schaffen dieser Kulturlandschaft und in die gesellschaftlichen Entwicklungen in Polen, Tschechien und die Länder des ehemaligen Jugoslawien gestatten.

Neben diesen regionalen Highlights gaben die Veranstalter auf der gestrigen Pressekonferenz den diesjährigen Preisträger des "Bernhard Wicki Filmpreises" bekannt: Florian Henckel von Donnersmarck wird für sein Spielfilmdebüt "Das Leben der Anderen" mit dem Friedenspreis des Deutschen Films ausgezeichnet. Der Jungregisseur teilt sich den mit 10 000 Euro dotierten Preis mit seinem Hauptdarsteller Ulrich Mühe. Die Laudatio soll Hans Dietrich Genscher halten.

Als Neuheit zum vergangenen Jahr hob Festivaldirektor Andreas Ströhl eine "Mitternachtsschiene" aus der Taufe, die "abseitigere Filme" aus den verschiedensten Sparten - von neuen deutschen Kino- und Fernsehfilmen bis zu American-Independent-Produktionen - zeigen wird.

Stark vertreten ist dieses Jahr auch die Rubrik Dokumentarfilm, die sich nicht nur in Europa, sondern auch in den USA immer mehr zu einer ernsthaften Alternative zum Mainstream-Kino entwickelt.

Zu Ehren von Barry Levinson, dem diesjährigen Preisträger des "CineMerit Award", werden sechs Filme des Oscar-Preisträgers zu sehen sein. Darunter "Wag the Dog" mit Robert de Niro und "Rain Man" mit Dustin Hoffman. Mit einer Retrospektive würdigt das Fest außerdem die iranische Filmfamilie Makhmalbaf. "Erstmals zeigen wir alle ihre verfügbaren Filme, also die Werke des einstigen schiitischen Revolutionärs Mohsen Makhmalbaf, seiner Frau und seiner Kinder", kündigte der für das internationale Programm zuständige Klaus Eder an. Die Familie wird während der Festspiele in München zu Gast sein. Ebenso der britische Regisseur Mike Figgis, dessen Werke, etwa "Leaving Las Vegas", ebenfalls vollzählig präsentiert werden. Mit welchem Film das Festival eröffnet wird, steht laut Ströhl noch nicht fest.

Das Programm ist ab 22. Juni unter www.filmfest-muenchen.de abrufbar. Kartenvorverkauf online ab 3. Juli, ab 8. Juli im Festivalzentrum im Gasteig; Preis: sechs Euro.

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