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Ozzy Osbourne

Ozzy Osbourne überzeugt in der Olympiahalle

München - Wie soll das bitte funktionieren? Es ist 20.15 Uhr, taghell, die Olympiahalle halb leer – höchstens 5000 sympathische Mittvierziger (viele mit Nachwuchs), die ihre alten Fan-Kutten aus dem Schrank geholt haben, aber ansonsten so hart wirken wie Knäckebrot.

Jetzt und hier soll der „Prince Of Darkness“ für Stimmung sorgen? Der Heavy-Metal-Pate? Der durchgeknallteste aller Rocker – Ozzy Osbourne?

Das fräsende Gitarrenriff von „I Don’t Know“ bläst alle Zweifel davon. Ozzy tippelt grinsend in Schwarz auf die Bühne, flankiert von mörde-risch aufspielenden Spießgesellen, alle mit Haaren bis zum Steiß. „Do you want to go crazy with me tonight?“, röhrt er – und alle Fäuste sind oben.

Man hatte vor dem Konzert seine Zweifel, ob der 62-Jährige überhaupt fit sein würde. Zum einen kennt man die ollen Kamellen von seinen Drogenaussetzern (Fledermäusen den Kopf abgebissen, Ameisenstraßen geschnupft, Gattin gewürgt). Zum anderen hat man noch die TV-Serie „The Osbournes“ im Hinterkopf, in der ein tragikomisch überforderter Ozzy brabbelnd im Bademantel durch seine Villa tapste.

Diese Bilder verblassen angesichts eines überraschend agilen Lord Gaga, der zwar nicht groß rennt und plaudert, aber passabel bei Stimme ist und glücklich wie ein Kind hinterm Mikro auf- und abhüpft, eimerweise Wasser in die Menge schüttet und sogar mit einem Feuerwehrschlauch von der Bühne schießt. Und: Ozzy lässt seinen Fans keine Müdigkeit durchgehen, hält entrüstet die Hand ans Ohr: „I can’t fuckin’ hear you!“ Gitarrist Gus G. nebenan erfüllt flamboyant Metal-Klischees: breitbeinig exekutierte Gewitter-Soli mit wehendem Haar inklusive. Das Programm: Best Of. Kaum ein Song jünger als 30 Jahre. „Crazy Train“, „Bark At The Moon“ und Co. machen einen Heidenspaß, die Hits von Osbournes alter Band „Black Sabbath“ eh: „Paranoid“, „Iron Man“, „War Pigs“. Am Ende sind alle nass und glücklich. „God bless you!“, ruft Ozzy. Es hat funktioniert. Locker.

Johannes Löhr

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