"Parsifal" macht Spaß

- Wie viele junge Mädchen, so träumte auch Sofie einmal davon, ein Star zu werden; für die 34-Jährige aus Bayreuth, die das Down-Syndrom hat, ein kaum erfüllbarer Wunsch. Zusammen mit zwei anderen Behinderten holte Christoph Schlingensief sie in der "Parsifal"-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen als Statistin auf die Bühne. "Ich werde berühmt, ich werde berühmt", soll Sofie gejubelt haben, als ihr der Vater nach einem Treffen mit dem Regisseur den Vorschlag machte, bei der Aufführung mitzuwirken. "Wir hatten überhaupt keine Möglichkeit, ,Nein zu sagen", meint Sofies Mutter.

Beim Team des "Parsifal" habe es zunächst ein wenig Erstaunen gegeben, als Sofie erstmals mit zwei weiteren Behinderten an der Pforte des Festspiel-Hauses stand, erzählt ihre Mutter weiter. "Doch es dauerte nicht lange, dann waren Sofie, Alexander und Annemarie voll integriert", schwärmt sie. Und gerade Katharina Wagner habe sich um das Trio sehr bemüht. Die Proben hätten "ewig" gedauert, klagt Sofie. Doch an das Rampenlicht habe sie sich rasch gewöhnt. "Der ,Parsifal macht viel Spaß. Ich bin froh, dass ich mitmachen darf." <BR><BR>Für Schlingensief, der die Improvisation liebt, bedeutete die Integration der drei zunächst eine Umstellung. Behinderte Darsteller brauchen ganz genaue Anweisungen. Daran habe sich auch Schlingensief erst gewöhnen müssen, erklärt die Mutter von Sofie. Wie Kinder, so intensiv empfinden Alexander, Annemarie und Sofie die Proben und die Aufführungen. Entsprechend fühlten sie sich danach immer "richtig erschöpft". Der Applaus ist der Lohn für die Mühen der Darsteller. Am Ende der Neuinszenierung standen die drei schließlich zwischen "Parsifal"-Darsteller Endrik Wottrich und Dirigent Pierre Boulez auf der Bühne. "Das fand ich super", schwärmt Sofie - und ihre Augen strahlen noch immer vor Freude. <BR><BR>

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