Passionsspiele Oberammergau - "Eigentlich eine unmögliche Aufgabe"

Oberammergau - Auftakt in Oberammergau. Christian Stückl stellt sein Konzept für die 41. Passionsspiele im Jahre 2010 vor.

Ab Februar 2009 werden sich alle Mitwirkenden einer alten Tradition fügen, dem "Haar- und Barterlass". Das heißt: Haare schneiden verboten. Im April 2009 wird bekannt gegeben, wer welche Rolle spielt. Im Herbst 2009 beginnen die Proben zum Passionsspiel. Und am 15. Mai 2010 ist Premiere. Doch in Oberammergau gab's gestern bereits eine Präsentation, auf dass sich die 41. Passionsspiele auch optimal verkaufen mögen.

Und was Christian Stückl, der 2010 zum dritten Mal als Spielleiter der Passion fungiert, zu seiner aktuellen Sicht auf den Stoff zu sagen hat, ist wiederum sehr vielversprechend. Es wird keinen Abklatsch des Vorhergegangenen geben, sondern eine Weiterentwicklung. Stückl: "Das Spannendste an dieser Aufgabe bleibt die Auseinandersetzung mit der Figur des Jesus von Nazareth. Seit meiner Jugendzeit bin ich auf der Suche nach ihr. Unzählige Bücher habe ich gelesen, viele Gespräche geführt, und trotzdem kommt man ihr nur teilweise auf die Schliche." Immer wieder frage er sich: "Wie stellt man IHN dar? Ein Passionsspiel kann nicht nur ein Historienspiel sein. Doch wie kann man Glaubensdinge auf die Bühne bringen? Wie eine Auferstehung, wie die Abendmahlsszene darstellen? Jesus - ganz Mensch und zugleich Gott. Eigentlich eine unmögliche Aufgabe."

Und dennoch, so Stückl: "Es muss uns auch darum gehen, den historischen Jesus darzustellen", der seine ganze Kraft und sein ganzes Handeln aus dem Glauben an seinen Gott beziehe - in einer Konsequenz, die ihn letztlich ans Kreuz bringe. "Diese Sicht werden wir 2010 noch stärker im Spiel verankern."

Unterstützt wird Stückl dabei von der gleichen Mannschaft wie im Jahr 2000: Bühnen- und Kostümbildner Stefan Hageneier, Markus Zwink, der musikalische Leiter, und Otto Huber als Dramaturg. Und natürlich vom ganzen Dorf. An die 2500 Mitspieler werden bei dieser Passion dabei sein. "Die Jüngsten", so Stückl, "auf dem Arm ihrer Mütter, und unser Ältester wird, so ihm das Spielen noch möglich ist, 100 Jahre alt sein. Ich muss alle unterbringen. Der Oberammergauer hat ein Spielrecht." Denn die Spiele gehen zurück auf ein Gelübde der Dorfbewohner aus dem Jahr 1633, als Dank dafür, dass sie die Pestepidemie überwunden hatten. 1634 dann die ersten Festspiele, denen weitere im Zehnjahres-Rhythmus folgten. Die Passion enthält 36 Hauptrollen, 120 weitere Sprechrollen, 100 Gesangssolisten, Chorsänger, Orchester, Soldaten und Volk.

Beigelegt ist der Streit vom vergangenen Jahr um geänderte Anfangszeiten. Spielbeginn ist ab 2010 um 14.30 Uhr, Spielende um 22.30 Uhr. Insgesamt wird es zwischen 15. Mai und 3. Oktober 102 Aufführung geben. Pro Vorstellung stehen 4700 Plätze zur Verfügung. Die Karten kosten zwischen 45 bis 150 Euro. Montags und mittwochs ist spielfrei. Der Vorverkauf der Arrangements für die Passion beginnt im Januar 2008, der für die Karten ohne Arrangement ab Frühjahr 2009.

Weitere Informationen:

Telefon: 08822/ 932 10 oder www.passionsspiele2010.de

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