Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Wolfgang Koch, eigentlich als Alberich in „Rheingold“ vorgesehen, war bei der Premiere aber krank. Jetzt singt er wieder – hier mit den Rheintöchtern.

Das Patt der Besten: "Rheingold" in der Staatsoper

München - Wolfgang Koch als Alberich in Wagners „Rheingold“ in der bayerischen Staatsoper. Die Kritik:

Gemeiner geht’s kaum. Sechs Wochen geprobt, die Bronchitis einigermaßen überwunden, dann versagt die Stimme dennoch – und der Einspringer versetzt Publikum und Presse in Verzückungstaumel. Vor diesem Hintergrund folgte nun die Premiere für den Alberich von Wolfgang Koch, endlich, in der Zweitvorstellung des neuen Münchner „Rheingolds“. Eine Luxus-Lage: Innerhalb von fünf Tagen wuchert die Bayerische Staatsoper mit den derzeit besten Interpreten dieser Rolle.

Und wer rangiert auf Platz eins? Ein Patt. Koch ist mindestens ebenso grandios, nähert sich der Figur allerdings von der anderen Seite. Johannes Martin Kränzle ließ seinen Alberich gefährlich schillern, ein mephistophelischer Nuancenkünstler, ein Wotan-Gegenspieler aus besten Kreisen. Wolfgang Koch dagegen gibt den Typ Emporkömmling, der sich anfangs selbst genug ist und aus Wut und Frust auf „die da oben“ zu tragischer (und sympathischer!) Größe wächst. Ein Vollkörperdarsteller gewissermaßen, mit raumgreifendem, nie forciertem Bariton.

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Wie überhaupt Vertreter des „Charakterfachs“ selten sind, die nicht ins Deklamieren verfallen, sondern Drastik mit Stimmschönheit und Sinn für Bögen und Legato verbinden können. Koch ist da ein Ausnahmemann und macht hörbar, warum ihn Bayreuths Schwestern mutmaßlich befördern und ihm den Wotan im 2013er-„Ring“ gönnen.

Wieder heftiger Jubel für den Sänger des Alberichs und für Stefan Margitas Loge, orkanartiger Beifall dann für Kent Nagano und seine butterzarte, geschmeidige Wagner-Deutung, die allerdings in den langsamen Stellen mehr durchzuhängen schien als in der Premiere. Dennoch: Gut möglich, dass dieses Giga-Projekt nicht der „Kriegenburg-Ring“ wird – sondern der des erlesen spielenden Staatsorchesters.

Von Markus Thiel

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