Perfektion pur mit 400 Kilo

- Lange war es die Domäne des KODO-Ensembles, die Europäer für asiatische Schlagästhetik zu begeistern. Doch inzwischen gibt es eine neue Dimension: "Yamato -The Drummers of Japan". Seit 1993 existiert die Truppe, die Masa Ogawa im japanischen Nara gegründet hat, benannt nach dem ersten japanischen Reich. 150 bis 200 Konzerte bewältigt das zehnköpfige Ensemble pro Jahr, nun haben die fünf Frauen und fünf Männer auch München entdeckt und gastieren bis 15. Juni im Circus Krone.

<P>Das Equipment der Yamatos besteht aus knapp 30, zwischen zehn und 400 Kilo schweren Taiko-Trommeln, von der "Denden Daiko" bis zur bierfaßähnlichen "Miya Daiko" mit einem Durchmesser von 1,70 Meter. Hinzu kommen die Shinobue Flöte, die Koto Zither, die bronzenen Zimbeln Chappas und die dem Banjo ähnliche dreisaitige Shamise. Was die Yamato-Drummers in ihrer gut 90-minütigen Show bieten, ist Perfektion pur, musikalisch in einem phänomenalen rhythmischen Synchronspiel und in einer exakten Choreographie, von der so mancher Regisseur nur träumen kann.</P><P>Dazu muss man wissen: Das Ensemble lebt nach strengen Regeln zusammen, bewegt sich rund zwölf Stunden am Tag gemeinsam. Angefangen mit den morgendlichen mehrere Kilometer langen Läufen, um die Muskulatur zu trainieren. Sicherlich nicht jedermanns Sache, doch das Ergebnis auf der Bühne wäre wohl kaum ohne diesen kollektiven Geist und die Disziplin möglich.</P><P>In der Tradition des Taiko-Spielens stand das religiöse, das Zwiegespräch mit den Göttern im Vordergrund, und noch heute steht die Taiko als Sitz der Gottheit im Zentrum vieler japanischer Volksfeste. Yamato, obwohl nicht religiös, vereint traditionellen Geist und Mythos mit zeitgenössischer Percussion-Show.</P><P>In klaren, zeitlosen Gewändern trommeln sich die Musiker mit rasenden Rhythmen schier die Seele aus dem Leib. Das Ganze ist keineswegs von sakralem Ernst getragen, sondern von kraftvoller, scheinbarer Leichtigkeit, enormer Spielfreude, Witz und großem körperlichem Einsatz. Das begeisterte Publikum ließ sich bei einigen Stücken gerne einbeziehen und durfte sogar schwierige Trommelrhythmen nachklatschen.<BR></P>

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