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Juliane Breinl entspannt mit ihrem Arbeitsgerät. Ihre Geschichten schreibt die Gewinnerin unseres Jugendbuchpreises allerdings am Schreibtisch.

„Perlentod“ ist der Gewinner

Kirchseeon - Juliane Breinl heißt die Gewinnerin des zweiten Jugendbuchpreises, den der Münchner Merkur gemeinsam mit dem Arena Verlag und der Literaturagentur Meller ausgeschrieben hat.

Unter dem Titel „Perlentod“ wird ihr Roman im Frühsommer 2013 erscheinen. Darin geht es um – Mord.

Der Anruf kam mitten während des Umzugs. Zwischen Kartons und abgeschraubten Regalen. Juliane Breinl zog mit ihrem Mann und den beiden Kindern gerade von Kirchseeon im Landkreis Ebersberg ins benachbarte Eglharting. Als sie die frohe Kunde erreichte vom Gewinn des Jugendbuchpreises, den der Münchner Merkur mit dem Würzburger Arena Verlag und der Literaturagentur Meller bereits zum zweiten Mal ausgelobt hatte, musste sie sich erst einmal setzen. Die Nachricht sei ein Volltreffer, wie die 41-Jährige sagt. „Einfach Wahnsinn“, strahlt sie.

Fünf Monate hatte sie an ihrer Geschichte geschrieben. „Ich hatte gut 50 Seiten des Plots schon in der Schublade. Das habe ich meiner Tochter zu verdanken, denn sie hatte mich irgendwann gebeten, einen Thriller für ihre Altersgruppe zu schreiben.“ Dass diese Geschichte genau zu den Vorgaben der Ausschreibung passte, war wohl eine wunderbare Fügung: „Ein Thriller mit ausschließlich realistischen Elementen für Kinder ab zwölf Jahren sollte es werden“, sagt Breinl, die im Jahr 1971 in der sächsischen Kleinstadt Döbeln geboren wurde. Also setzte sie sich hin, überarbeitete die ersten 50 Seiten und schrieb weiter.

Was dabei entstand, ist die Geschichte der 15-jährigen Senta, die von der Großstadt aufs öde Land gezogen ist. Seitdem läuft es miserabel, zumal ihr in der neuen Schule eine fiese Mädchenclique das Leben schwer macht. Und dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Zuerst wird ein lebensgefährlicher Anschlag auf Senta verübt, dann wird in ihrem Dorf sogar die Leiche einer ermordeten Lehrerin entdeckt, deren Spitzname „Zuckerwatte“ war. Bald darauf verschwindet auch noch Bettina, ein unscheinbares Mädchen aus der Parallelklasse. Auf andere Gedanken kommt Senta lediglich durch die äußerst spannende Lektüre eines alten Tagebuchs, das sie eines Tages findet. Von ihrer Mitschülerin Rebecca erfährt Senta schließlich Fakten über vergangene Geschehnisse, die vielleicht etwas mit dem Mord an „Zuckerwatte“ und Bettinas Verschwinden zu tun haben. Dann drängt sich Senta nach und nach ein schrecklicher Verdacht auf.

Die Geschichte überzeugte die Jury, in der die Autorin Susanne Mischke, Katrin Weller (Arena Verlag), Cristina Bernardi (Agentur Meller), die Buchhändlerin Karin Rüger und Michael Schleicher, Leiter der Feuilletonredaktion unserer Zeitung, saßen. Auch jugendliche Leserinnen zwischen 14 und 16 Jahren durften ihr Votum abgeben.

Im kommenden Frühsommer wird „Perlentod“ nun in der Reihe „Arena Thriller“ erscheinen. Wenn Juliane Breinl von ihrem Buch erzählt, sprudeln die Sätze nur so aus ihr heraus – wie es wohl schon als Kindergartenkind aus ihr heraussprudelte, als sie mangels eigener Schreibkenntnisse ihrer Mutter ihre selbst ausgedachten Geschichten diktierte. Als die kleine Juliane dann endlich selbst lesen und schreiben konnte, ließ sie nicht mehr vom Stift, schrieb Geschichten und malte dazu. Zum 15. Geburtstag bekam sie ihre erste eigene Schreibmaschine. In Mainz – die Familie war 1984 nach einem Ausreiseantrag hierher gekommen – machte Breinl ihr Abitur, studierte anschließend Neurolinguistik in Bielefeld. Gleichzeitig absolvierte sie eine Gesangsausbildung zur Mezzosopranistin. Im Jahr 2001 zog sie mit ihrer Familie nach Kirchseeon und arbeitet als Sprachtherapeutin.

Seit diesem Jahr ist Juliane Breinl als freie Autorin tätig. Vormittags, wenn ihre Tochter, die morgen ihren 15. Geburtstag feiert, und der zwölfjährige Sohn aus dem Haus sind, sitzt sie am Laptop. „Man braucht schon Disziplin“, sagt sie. „Perlentod“ ist nicht das erste Buch, das Juliane Breinl veröffentlicht. Bereits im vergangenen Jahr erschien ihr Kinderbuch „Die Feuerbälle. Die Abenteuer einer Kinderbande in Ostdeutschland“ im Verlag Sankt Michaelsbund. Die Fortsetzung soll bald auf den Markt kommen. Gerade in diese Zeit fiel der Gewinn des Jugendbuchpreises. Breinl lacht – zu viel wird es ihr offensichtlich nicht. „Nein, ich kann auch zwischendurch mal eine halbe Stunde Leerlauf nutzen und schreiben“, sagt sie. „Das Buch schreiben ist nur die Hälfte des Buchmachens. Die andere Hälfte besteht aus der Zusammenarbeit mit dem Lektorat.“ Eine Arbeit, die, so Breinl, unheimlich befruchtend sei. „Da wird gehobelt und da fallen Späne. Das ist wie bei einem schönen Stein, den man findet und schleift. Dann bekommt der Stein richtig Glanz.“ Sagt sie. Und strahlt.

Tanja Beetz

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