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Peter Maffay

Im Hard Rock Café

Maffay: So war seine Mini-Show in München

München - Um die Wartezeit bis zu seiner "Wenn-das-so-ist"-Tour zu verkürzen, hat Peter Maffay am Montagabend ein Mini-Konzert gegeben. Vor 400 Fans rockte er die Bühne des Hard Rock Cafés.

Es ist wie bei einem Schiffsdiesel. Hat man die Maschine mal angeworfen, läuft sie unbeirrbar, stampft ihren Takt und strotzt vor Kraft. So funktioniert das auch bei Peter Maffay (64) und seiner Band.

Bewiesen haben sie’s bei einem Auftritt im Hard Rock Café am Platzl. Maffay, der normalerweise aus dem Stand 10.000 Leute in die Olympiahalle lockt, legte am Montagabend ein intimes Club-Konzert vor grad mal 400 Zuschauern hin - zusammen mit Rock Antenne, zur Gaudi, weil’s noch so lang hin ist bis zur „Wenn-das-so-ist“-Tour (erst Ende Januar 2015 in München). Kleine Bühne, großer Sound: Das ist Münchens heißester Mini-Rock!

Maffay und seine Mannen - zusammen sind das gefühlte 250 Jahre Bühnenerfahrung - spielen sich eineinviertel Stunden lang durch die neue Platte. Hier ein Blick, da ein Fingerzeig, mehr braucht’s nicht: Das ist die gleiche Souveränität, die einem auch beim Familien-Ereignis „Tabaluga“ immer schon Respekt abgenötigt hat.

Peter Maffay im Hard Rock Café in München

Hier,auf der Rock-Bühne, funktionieren allerdings die härteren Stücke am besten: Da schmelzen die Gitarren ineinander, da greifen das Schlagzeug und der Bass ins Gefüge wie die Zahnräder. Die drei Background-Sänger sind klar, aber unaufdringlich - und alles sortiert sich um Maffays Gesang herum. Das ergibt in den besten Momenten einen fliegenden Sound-Teppich, zum Beispiel bei „Gelobtes Land“ und „Nur Du hörst“. Die Balladan ziehen dagegen nicht so recht in ihren Bann, das Warten auf die Gänsehaut bleibt da meist unerfüllt. Vielleicht, weil dafür noch zu viel Härte, zu viel Dampf in der Stimme und in den Gitarren liegen. Auf der anderen Seite: Wir sind hier ja auch nicht im Soft Rock Café …

So oder so beschränkt sich Maffay nicht nur auf die Musik. Er nutzt die Bühne auch für politische Botschaften. Verurteilt das Gefälle in der Gesellschaft, ist bestürzt über die Todesurteile in Ägypten, macht aufmerksam auf die Gefahren des Krim-Konflikts. Maffay: „Wenn wir bei jedem Konzert nur zwei oder drei Leute zum Nachdenken bringen, dann ist schon etwas gewonnen.“ Spricht’s - und gibt Gas mit dem passenden Stück: „Halleluja“.

Übrigens: Auch unabhängig von musikalischer und politischer Wirkung hinterlässt Maffay einen bleibenden Eindruck im Hard Rock Café. Als Dankeschön hat er den Gastgebern seine Lederjacke und seine Stiefel überlassen - sie werden hier in Zukunft ausgestellt, neben Devotionalien etwa von Queen und Bon Jovi.

Uli Heichele

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