Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

Pfadfinder-Rock

- PUR macht ratlos. Seit dem Auftauchen vor 20 Jahren spaltet die Schwabenbande die Bundesrepublik in erbitterte Feinde und ergebene Anhänger. Und nach dem fast dreistündigen Konzert in der vollen Münchner Olympiahalle kann man nicht recht verstehen, wie es ausgerechnet diese Band schafft, derart heftige Emotionen hervorzurufen. Die Show ist professionell, und die Musiker sind solide Handwerker, in denen allerdings das Feuer der Leidenschaft nur sehr sparsam lodert.

<P>Wenn sie so tun, als würden sie richtig loslegen, klingt das nach Barclay James Harvest - mit halber Bandgeschwindigkeit.<BR>An der Musik kann es also nicht liegen, denn die tut vor allem eines: Sie stört nicht weiter. Was PUR anbietet, ist größtenteils hausbackener Pfadfinder-Rock mit Ausflügen in die unendlichen Weiten der Belanglosigkeit. Selten tauchen interessante Motive auf. </P><P>Und wenn, sind sie von großen Vorbildern abgekupfert. Überhaupt sind es wohl die Texte, die für die gespaltenen Reaktionen auf PUR sorgen. Die ungelenke Lyrik irrlichtert thematisch in Richtung Männer-Selbsthilfegruppe, ist also in erster Linie gut gemeint. Toleranz, Solidarität, überhaupt das Gute im Menschen wird beschworen, und eigentlich ist das ja nichts Schlimmes. Vermutlich ist es gerade die sprachliche Unbeholfenheit, mit der Sänger Hartmut Engler Tod, Geburt, Ehekrise und dergleichen verbalisiert, die viele begeistert. Das wirkt aufrichtig. </P><P>Und man darf annehmen, dass er sich nicht verstellt. Wer es wagt, mit derartigem Liedgut die Bühne zu erklimmen, ist ein Überzeugungstäter. Überhaupt: Engler. Diejenigen, die er ansprechen möchte, erreicht er mühelos, alle anderen meiden seine Auftrittsorte ohnehin weiträumig. Dabei sind PUR-Fans wirklich sympathische Menschen. Aber man muss die Band deswegen nicht mögen.<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jansons zum Konzertsaal: „Ich bin noch nicht beruhigt“
Der Architektenwettbewerb ist entschieden, ab 2018 könnte gebaut werden. Doch wie soll das Münchner Konzerthaus geführt werden? Dirigent Mariss Jansons denkt an eine …
Jansons zum Konzertsaal: „Ich bin noch nicht beruhigt“
Hisham Matar und sein schwieriges Vater-Land
Hisham Matar erzählt in „Die Rückkehr“ von seiner Heimat Libyen und von der Suche nach seinem Vater, der von Gaddafis Schergen entführt wurde. Dafür wird der Autor in …
Hisham Matar und sein schwieriges Vater-Land
Der Höllen-Glöckner von AC/DC
Zusammen mit seinem Bruder Angus gründete Malcolm Young 1973 AC/DC und schrieb Rockgeschichte. Jetzt ist der Gitarrist nach langer Krankheit im Alter von 64 Jahren …
Der Höllen-Glöckner von AC/DC
Marilyn Manson in München: Wie Luzifer auf dem Thron
Trotz eines gebrochenen Beins tritt Marilyn Manson in der Münchner Zenithhalle auf. Dort bietet er seinen Fans eine kurze, aber wohl unvergessliche Show - bis die …
Marilyn Manson in München: Wie Luzifer auf dem Thron

Kommentare