Eric Pfeil. Foto: alfred jansen

Pfeil-gerade Chronologie

München - Es ist eines der verträumtesten, eingängigsten, knallkomischsten und gleichzeitig melancholischsten Alben des Jahres. Eine Entdeckung. Ein echter Spaßmacher: Das neue Album von Eric Pfeil.

Name des Albums: „Ich hab mir noch nie viel aus dem Tag gemacht“, erschienen beim Münchner Label Trikont.

Name des Sängers: Eric Pfeil, seines Zeichens Autor, Italien-Fan, Teilzeit-Dandy, Ex von Charlotte Roche und neuerdings auch Sänger.

Zustand seiner Lieder: Deutsche Popsongs, kein Stück peinlich. Wagemutig, schräg und so locker-flockig wie eine gut gemachte Vanillecreme.

Lustigster Songtitel: „Der Mann, der Venedig hieß“.

Typische Liedzeile: „In der Schule gab’s Leute, die zeigten einem, dass ihnen die Welt gehört. Also dachte ich mir eine andere aus.“

Kurzbiografie des Künstlers, größtenteils in seinen eigenen Worten: 1969. Der Sommer der Liebe ist lange vorbei. Den Beatles geht es gar nicht gut. Eric Pfeil kommt in Bergisch Gladbach bei Köln zur Welt. Sein Vater ist ein Orgelspieler.

1975. Eric Pfeil bekommt einen Dartpfeil ins linke Auge. Seine vage Ahnung, der zufolge die Welt ein sonderbarer Ort ist, wird mit Nachdruck bestätigt.

1999. Pfeil beginnt mit seiner damaligen Freundin Charlotte Roche die Musiksendung „Fast Forward“ zu produzieren. Irgendwann gibt es gar einen Grimme-Preis. Keine Ahnung, wo der gelandet ist.

2002. Geburt der Tochter.

2003. Pfeil arbeitet mit Sarah Kuttner, hat aber bald nicht mehr so richtig viel Lust am Fernsehen.

2004. Pfeil beginnt, für die „FAZ“ zu schreiben. Besser als Fernsehen.

2011. Der Dartpfeil fordert seinen Tribut: Grauer Star auf dem linken Auge. Na großartig!

2012. Pfeil beginnt im Alter von 42 Jahren trotz aller Widrigkeiten mit den Aufnahmen zu „Ich hab mir noch nie viel aus dem Tag gemacht“. Verrückt.

17. Oktober 2013. Das Album ist inzwischen fertig. Eric Pfeil spielt im Milla Club in München, Holzstraße 28, Beginn 20.30 Uhr. Dort kann man sich diesen schrägen Vogel mal anschauen. Wenn man will. Und wenn man auf dem Weg dorthin in die richtige Tram steigt.

Stefan Sessler

Eric Pfeil:

„Ich hab mir noch nie viel aus dem Tag gemacht“

(Trikont).

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