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Erfüllte sich mit der Reise in die USA einen lang gehegten Traum: Philipp Poisel, der sein drittes Studioalbum in Nashville aufnahm – Titel: „Mein Amerika“.

Philipp Poisel in der Olympiahalle

Die Musik ist seine Freiheitsstatue

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Philipp Poisel zelebriert in „Mein Amerika“ alte US-Ideale. An diesem Freitag (31. März) präsentiert er das Album in der Münchner Olympiahalle.

Nimm das, Donald Trump! Als wollte er dem neuen US-Präsidenten einen Gegenentwurf zu „America first“ und seinen kruden „Reform“-Ideen entgegensetzen, veröffentlicht Philipp Poisel heute sein neues Album mit dem selbstbewussten Titel „Mein Amerika“.

Sein Amerika, das ist Freiheit, das ist Grenzenlosigkeit im Wortsinne. Das ist: Jeder darf mitmachen und an seinen persönlichen Träumen zimmern. „Klar gibt es auch ein politisches Amerika, aber das hatte ich, als ich die Single schrieb, gar nicht vor Augen“, sagt der 33-Jährige. Und so entschied er sich trotz – oder gerade wegen? – der Trump-Wahl, nicht nur das Lied, sondern auch das gesamte, nunmehr dritte Album mit den zwei Wörtern zu überschreiben. „Wenn ich an Amerika denke, dann an ein Land, über dessen ganze Weite ich wie ein Vogel drüberfliegen kann, über diese Städte und über die Landschaften. Das finde ich alles großartig. Und Amerika ist ja nicht nur Trump, was man an den vielen Protesten sieht.“

Poisel war mit seiner Band erst kürzlich im Land der unbegrenzten (!) Möglichkeiten, um in den legendären Blackbird Studios in Nashville/Tennessee die neue CD einzuspielen. Dort, wo regelmäßig amerikanische Größen wie Bruce Springsteen, Taylor Swift und Lionel Richie in die Mikrofone singen, erlebte er einen hochprofessionalisierten Musikbetrieb. „Es ist wohl so, als ob man in Hollywood einen Film dreht: Tausend Leute tanzen um einen rum und erwarten, dass man auf Knopfdruck eine Performance abliefert. Das war neu für mich“, erinnert sich Poisel. Er ist keine Rampensau. Auf der Bühne taucht er in seine Musik ab wie ein schüchternes Kind in einen Abenteuerroman. Geschlossene Augen, die Haare am liebsten das halbe Gesicht verdeckend. Nashville, das war für ihn auch ein Über-sich-selbst-Hinauswachsen, „mal der Versuch, anders zu singen. Dass man wenigstens so tut, als wäre man auch ein Rockstar und gehört irgendwie dazu“, sagt er und schenkt einem sein so liebenswert verlegenes Lächeln.

„Hör auf das, was du in deinem Herzen fühlst“

Den Mut zu Neuem hört man den zwölf Liedern an. Der mit Streichern und Synthesizern verfeinerte Country-poppige Nashville-Sound klingt erfrischend durch. „Was mich an Amerika immer inspiriert hat, ist diese Mentalität, dass man vielleicht nicht alles, aber vieles für möglich hält. Die eigenen Grenzen zu sprengen, das reizt mich.“ Sorge, wie die Fans darauf reagieren werden, hat er nicht. Was seine Musik betrifft, hat der Sänger, bevor Herbert Grönemeyer ihn unter Vertrag nahm, öfter Rückschläge erlebt. In Jugendzeiten einen Chor wegen andauernder Kritik am eigenen Gesang verlassen, Aufnahmeprüfung zum Studienfach Musik nicht bestanden. Aufgeben? Von wegen. „Musik war für mich immer ein Freiraum, und deshalb fiel es mir sehr leicht, dem treu zu bleiben. Und zwischen irgendwelchen Absagen und irgendwelchen Zusagen liegt ja auch Zeit, in der ich einfach eins gemacht hab’: Musik.“ Dieses Festhalten an dem, was ihn erfüllt, klingt in den wie immer sehr persönlichen Texten des neuen Albums durch. „Hör’ nicht auf, auf das zu hören, was du in deinem Herzen fühlst. Denn das ist alles, was wir haben“, appelliert er im Bluegrass atmenden „Ein Pferd im Ozean“.

Sieben Jahre – viel Zeit im schnelllebigen Musikgeschäft – hat er sich für das Album genommen. Wann weiß er, dass die Songs bereit sind für die Veröffentlichung? „Der Punkt kommt bei mir eigentlich nie“, gesteht er grinsend. Er sieht’s pragmatisch: „Irgendwann ist es eine wirtschaftliche Frage, da hängen ja viele Leute mit dran. Und dann kommt auch der Punkt, an dem man keinen Bock mehr hat, alleine zu Hause herumzusitzen. Ich dachte mir: Hey, ich will 2017 auf Tour gehen – gibt’s eine bessere Motivation?“

Philipp Poisel:

„Mein Amerika“

(Grönland Records).

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