+
Bei der Hommage-Show „Thriller“ gibt es keine zweitklassige Nachahmer mit Hut und Glitzerhandschuh.

Jackson-Hommage-Show „Thriller“ kommt ins Deutsche Theater

München - „Thriller Live“ heißt die britische Produktion der Hommage an Michael Jackson . Die Show startet ihre Europatournee in München am 21. Juli im Deutschen Theater - ohne zweitklassige Nachahmer, aber mit einer ganzen Hand voll Jackson-Sängern und Tänzern.

Auch wenn es die vergangenen Jahre in musikalischer Hinsicht ein wenig stiller um ihn geworden war, der plötzliche Tod von Michael Jackson hat vielen Skeptikern eine Sache noch einmal überdeutlich in Erinnerung gerufen: nämlich dass ihm der Titel des „King of Pop“ einst keineswegs zu unrecht verliehen worden war. Immerhin kann Jacksons Album „Thriller“ laut Guinness-Buch nach wie vor unangefochten den Rekord als meistverkaufte Platte aller Zeiten für sich beanspruchen und hielt sich bei seiner Erstveröffentlichung unglaubliche 80 Wochen in den Charts. Zurzeit besetzen seine Scheiben auf den besten Zehn der Spitzenreiter acht Plätze (eins bis sechs sowie acht und neun).

Auferstehung Michael Jacksons im Deutschen Theater

Noch vor der geplanten Abschiedstour, die innerhalb weniger Stunden ausverkauft war, kam Anfang des Jahres im Londoner West End auch „Thriller Live“ auf die Bühne des Lyric Theatre , wo die von Gary Lloyd in Szene gesetzte Tribute-Show inzwischen zu einer Art Pilgerstätte für Jackson-Fans geworden ist. Können sie dort doch allabendlich noch einmal die großen Hits ihres Idols mitsingen und einen Moonwalk aufs Parkett legen. Dazu lädt demnächst aber auch das Deutsche Theater in Fröttmaning ein, wo die Englische Tourneeproduktion der Show ab dem 21. Juli ihr erstes Gastspiel auf dem europäischen Festland absolvieren wird.

Die Frage, die die Fans dabei am meisten beschäftigt, dürfte wahrscheinlich sein, wer bei einem solchen Abend den Platz von Michael Jackson übernehmen könnte? Zweitklassige Nachahmer mit Hut und Glitzerhandschuh gibt es ja gerade jetzt wie Sand am Meer. Doch selbst dieses Problem wird von den Produzenten geschickt umschifft. In vollem Bewusstsein, dass ein einzelner Mensch der Herausforderung nur schwer gewachsen wäre, teilt sich bei ihnen gleich eine ganze Hand voll Sängern und Tänzern diese Aufgabe.

Denn „Thriller Live“ ist keine Musical-Biografie über die Höhen und Tiefen einer Weltkarriere. Ebenso wenig gibt es eine bemühte Alibi-Handlung wie in anderen Jukebox-Shows der Marke „We will rock you“. Bei „Thriller Live“ dreht sich alles einfach nur um die Musik von Michael Jackson. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist auch gut so. Angefangen bei den Hits der Jackson Five, mit denen er und seine Brüder in den 70ern erstmals die Charts stürmten, spannt sich der Bogen bis hin zu Songs aus dem letzten Solo-Album „Invicible“ und zeichnet so noch einmal die künstlerische Entwicklung vom putzigen Kinderstar zum weltweit verehrten „King of Pop“.

Im Zentrum der Show stehen aber vor allem die großen Hits aus der Hochphase der ersten Jackomania: „Smooth Criminal“, „Billie Jean“, „Bad“ und natürlich der Titel gebende „Thriller“, dessen heute schon legendäres Video beinahe originalgetreu auf der Bühne nachgestellt wird. Was den Rest betrifft, gönnt man sich auch gerne mal ein paar Freiheiten, wechselt die Stimmlagen, schraubt das Tempo der Choreographien weiter nach oben, singt im Duett oder überlässt, wie im Fall von „Blame it on the Boogie“, auch schon mal einer Frau das Mikrophon.

Direkte Vergleiche mit Jackson erledigen sich so meist gleich von vornherein, und die Konzentration bleibt ganz auf die Songs gerichtet, deren Qualität auch in diesen Versionen unverkennbar ist. Denn wie schon bei Elvis oder John Lennon ist es auch im Fall von Michael Jackson weit mehr als eine leere Phrase, wenn man sagt, dass er durch seine Musik in den Herzen der Fans weiterlebt.

„Thriller Live“ ist von 21. Juli bis 2. August im Theaterzelt in Fröttmanig. Karten gibt es unter Tel. 089/55 23 44 44.

Von Tobias Hell

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
David Guetta war am Donnerstag in der Olympiahalle zu Gast und begeisterte einmal mehr sein Publikum. Auch unsere Redakteurin war mit dabei - und fand es einfach nur …
David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
Der Herr der Klänge
Trauer um Christian Burchard, Herz der Band Embryo und einer der wenigen echten Weltstars aus München, der mit 71 Jahren gestorben ist.
Der Herr der Klänge
Fire and Fury - ein amerikanisches Sittengemälde
Wird sich Michael Wolffs Bilanz des ersten Jahres der Donald-Trump-Regentschaft auch in Deutschland gut verkaufen? Und ob. Die englischprachige Originalversion ist …
Fire and Fury - ein amerikanisches Sittengemälde
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Zuschauer des BR-Fernsehens kennen Vivian Perkovic von den Sendungen „Jetzt mal ehrlich“, „Puls“ und „on3-Südwild“. Seit einem Jahr ist die 39-Jährige, die etwa auch …
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“

Kommentare