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Hier werden vom 11. Juni an Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen

WM in der Pinakothek

München - Die Fußball-WM wirft ihre Schatten bis ins Museum voraus. Denn – mindestens – einen Berührungspunkt zwischen Sport und Kultur gibt es: Die Stadien. Eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne.

Die Stadien, in denen Profi-Kicker bolzen und Fan-Massen jubeln, faszinieren oft durch ihre außergewöhnliche Architektur – so wie das Münchner Olympiastadion, aber letztlich schon das Kolosseum in Rom.

Die erfolgreichste Stadien- „Schmiede“ der Gegenwart ist das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp), das derzeit weltweit 19 Sportstätten baut oder plant – drei davon allein in Südafrika für die WM. In einer Ausstellung mit dem Titel „Von Kapstadt nach Brasilia“ stellt das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne die Stadion-Anlagen von gmp vor.

Um das Sportarena-Feeling zu kriegen, kann der Besucher da auf einer Tribüne mit Plastiksitzschalen Platz nehmen und die Fototafeln oder Modelle betrachten, die im Halbrund aufgebaut sind. Das Markenzeichen der gmp-Stadien ist es, ästhetisch den Ball flach zu halten: Statt spektakulärer „Vogelnester“ (wie das Olympiastadion in Peking genannt wird) errichten sie Sportstätten, die auf lokale Traditionen Bezug nehmen. So etwa in Tashkent (Usbekistan), wo ein Stadion entstehen soll, das mit seiner Fassade aus dicht aneinandergefalteten Spitzarkaden wie eine Mischung aus Zelt und Sakralbau anmutet.

Südafrika 2010: Die WM-Stadien

Südafrika 2010: Die WM-Stadien

Der Plan für das Stadion von Neu Delhi (Indien) wiederum wirkt wie die schematische Konstruktionszeichnung eines Maschinenbauers, die zeigt, wie ringförmige Bauelemente passgenau ineinandergesteckt werden. So als wäre ein Sportstadion eine Art Maschine, bewegt durch die Hydraulik der Affekte; oder eine Ventilanlage, in der die Emotionsströme der Menge kanalisiert werden: „Stadien sind politische Räume“, meinte nicht umsonst Volkwin Marg, einer der Gründer von gmp, bei der Ausstellungspräsentation.

Aber das ist eben ein weiteres Merkmal der Bauten von Gerkan, Marg und Partner: Sie sind aus der Funktion des Gebäudes, aus seiner technischen Struktur heraus entwickelt: „Für uns gibt es kein Styling, Architektur ist eine Gebrauchskunst“, erklärt Marg. Dass gmp mit dieser Haltung nicht in die Abseitsfalle geht, sondern den Architektur-Ball sicher ins Tor bringt, beweist diese gelungene Ausstellung. Bis 20. Juni; Telefon 089/ 23 80 53 60.

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