+
Die Pinakothek der Moderne zeigt persönliche Erinnerungen des Malers Max Beckmann.

Ausstellung in der Pinakothek der Moderne

Max Beckmann: Ein Künstlerleben im 20. Jahrhundert

München - Die Pinakothek der Moderne zeigt persönliche Erinnerungen des Malers Max Beckmann.

1926 im italienischen Viareggio: Max Beckmann im modisch-sittlichen Badeanzug, lässt sich mit seiner Frau Quappi vom Meer an der ligurischen Küste verzaubern und schreibt unbeschwerte Fotopostkarten. 13 Jahre später dichtet der gleiche Beckmann: „Zerbrochen sind Menschen Fesseln Glieder und Seelen, nicht’s ist mehr da außer dem ,Nichts‘ was wieder werden will.“ Stimmungsumschwünge zu Zeiten krasser geschichtlicher Umbrüche – der Maler (1884–1950) hat sie auch verbalisiert. Dank der Max Beckmann Gesellschaft sind diese Dokumente nicht nur perfekt archiviert, sondern nun auch in der Münchner Pinakothek der Moderne zu sehen.

Die kleine Vitrinenschau zwischen der fulminanten Bildsprache des Malers ist eher etwas für sehr Interessierte. Dennoch sind einige Blickfänge – Fotos, Postkarten, Zeichnungen – dabei, die auch einem breiten Publikum den so typischen Lebenslauf im 20. Jahrhundert zwischen Aufbruch in die deutsche Moderne, Kriegen und Exil klarmachen. Noch 1961 setzte man im DDR-Berlin eine Ausstellung des Gesellschaftskritikers ab: Wieland Förster empörte sich mit einer Lithografie darüber.

Solche Schätze warten im Max Beckmann Archiv, das 1977 an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gegründet wurde und das seit 1996 von einem Freundeskreis (seit 2005 Max Beckmann Gesellschaft e.V.) unterstützt wird. In den vergangenen 20 Jahren wurden für München, wo der größte Beckmann-Bestand Europas lagert, unzählige Briefe, Bücher, Schrift- und Bilddokumente erworben, die Zeugnis vom Privat-, Gesellschafts- und Künstlerleben geben. Seit 1994 werden Forschungshefte publiziert. Ein Werkverzeichnis der Skizzenbücher sowie mehrere Ausstellungen sind durch die Beckmann Gesellschaft ermöglicht worden.

Bis 17. April Di.–So. 10–18 Uhr; Telefon 089/ 23 80 53 60.

Freia Oliv

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Konzertkritik: So war Anathema im Backstage
Einen abenteuerlichen Weg hat die Liverpooler Band Anathema in zweieinhalb Jahrzehnten zurückgelegt: von ruppigem Doom Metal über düsteren Alternative Rock hin zu einer …
Konzertkritik: So war Anathema im Backstage
„Die lustige Witwe“ am Gärtnerplatz: Nachkriegstonfilm 2.0
Franz Lehárs „Die lustige Witwe“ gehört zur DNA des Münchner Gärtnerplatztheaters. Das passende Stück also zur Wiedereröffnung - auch wenn der Abend recht brav ausfällt.
„Die lustige Witwe“ am Gärtnerplatz: Nachkriegstonfilm 2.0
East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Das wird ein Fest für Trash- und 90er-Fans. Gleich sechs Bands, die im Umz-umz-Zeitalter für Furore gesorgt hatten, treten beim Event „Die Mega 90er live!“ in der …
East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Fans dürften den Tag sehnsüchtig erwartet haben: Am Donnerstag kommt der neue Asterix-Band (Asterix in Italien) in den Handel. Wir haben schon darin geblättert - und …
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 

Kommentare