Pink begeistert mit spektakulärer Show

- München - In einem knappen Bikini räkelt sie sich in einem Netz, das fast zwei Meter über der Bühne schwebt. Dann stürzt sich die Rocksängerin Pink plötzlich kopfüber nach unten. Obwohl sie nur noch mit ihren Füßen im Netz gefangen ist, singt sie laut und kraftvoll weiter.

Bei ihrem Konzert am Samstag in der Münchner Olympiahalle überzeugte die US-amerikanische Punk-Lady mit einer spektakulären Show. Vor rund 11 000 Fans präsentierte sie Songs ihres neuen Albums "I'm Not Dead". Zudem gab die 27-Jährige alte Hits wie "Just Like a Pill" und "Trouble" zum Besten.

"Pink hat eine außergewöhnliche Stimme", sagte der 39-jährige Münchner Lukas Meier nach dem Konzert. "Das war eine klasse Show." Dies fanden auch die anderen Besucher und belohnten die Rockröhre bei jeder Gelegenheit mit tosendem Applaus. Fast zwei Stunden tobte die Sängerin mit dem auffälligen blonden Kurzhaarschnitt über die Bühne. Musikalisch zeigte Pink dabei eine unglaublich Bandbreite. So überzeugte sie nicht nur mit rockigen Stücken wie "I'm Not Dead", sondern auch mit langsamen Titeln wie "Nobody Knows" und dem gecoverten "Redemption Song" von Bob Marley & the Wailers.

Dass es der Punklady aber nicht nur auf Show, sondern auch auf Inhalte ankommt, zeigte sie vor allem mit ihrem neuen Lied "Dear Mr. President". Dieses richtet sich an US-Präsident George W. Bush. Mit klarer Stimme fragt die Sängerin unter anderem "What do you feel, when you look in the mirror? Are you proud?" ("Was fühlst du, wenn du in den Spiegel schaust? Bist du stolz?"). Die Bilder auf den beiden Großleinwänden verdeutlichten ihre Kritik. Sie zeigten Panzer, Soldaten und Verletzte im Irak. "Bei "Dear Mr. President" hätte ich fast einen Heulkrampf bekommen", sagt die 14-jährige Karoline Gutensohn, die mit zwei Schulfreundinnen zum Konzert kam.

Im neuen Song "Stupid Girls" kritisiert Pink das Verhalten vieler berühmter Kolleginnen. Wie peinlich sie aufgestylte Sexbomben findet, zeigte sie auch mit ihrer Performance. So ließ sie einer als vollbusige Tussi verkleideten Tänzerin einfach die Luft aus ihren Brüsten und verjagte sie damit von der Bühne.

Ihren eigenen, durchtraininerten Körper brachte die gefeierte Künstlerin, die seit Anfang des Jahres mit dem Motocross-Fahrer Carey Hart (30) verheiratet ist, aber auch gut zur Geltung. Neben bauchfreien Oberteilen trug sie enge Lederklamotten, Bikini und eine Art Badeanzug. "Die Outfits waren klasse", schwärmte der 23-jährige Polizist Martin Schmidt.

Nach etwa 20 Songs verabschiedete sich Pink mit einer atemberaubenden Akrobatiknummer. Zu den Liedern "Get The Party Started" und "Sweet Dreams" schaukelte sie in einem großen pinkfarbenen Tuch über den Köpfen der Zuschauer. Dann wirbelte sie in der Luft herum und zeigte Kunststücke, wie sie Artisten im Zirkus vorführen. "Es ist unglaublich, dass sie sogar die Töne trifft, wenn sie auf dem Kopf steht", sagte die 14-jährige Johanna Preisinger aus München und war mit ihrer Bewunderung nicht alleine.

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