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Einer der größten Erfolge Piotr Beczalas war im im Mai 2016 das Lohengrin-Debüt in Dresden - mit Anna Netrebko als Elsa.

FESTSPIEL-WIRREN

Na also: Piotr Beczala ist Bayreuths neuer Lohengrin

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Piotr Beczala springt am Grünen Hügel als Lohengrin ein. Das hätte man eher haben können.

Bayreuth - Warum nicht gleich so: Damit lassen sich in etwa die Reaktionen auf diese Bayreuther Lösung zusammenfassen. Seit diesem Mittwoch probt Piotr Beczala auf dem Grünen Hügel also für die Neuproduktion des „Lohengrin“. Jener Tenor, der im Mai 2016 mit seinem Rollendebüt an der Dresdner Semperoper einen seiner größten Erfolge feierte und der eigentlich auch Zeit gehabt hätte für den Bayreuther Schwanenritter. Allein: Dort schloss man lieber einen Vertrag mit Roberto Alagna, der vermeintlich spektakuläreren, weil unerwarteten Besetzung.

Alagna ist mittlerweile Bayreuth-Geschichte, weil er die Partie nicht kann. Umso größer ist die Freude über Beczala. Nicht leicht dürfte das gewesen sein für die Festspiele: Der polnische Tenor mit Wohnsitz Zürich hat in den nächsten Wochen schon einige andere Engagements im Terminplan, unter anderem einen Liederabend an der Bayerischen Staatsoper am 23. Juli, zwei Tage vor der Bayreuther Premiere. Ob und wie das alles absolviert werden kann, war noch nicht zu erfahren.

Noch ein gutes Jahr nach seiner Dresdner Wagner-Serie reagierte Beczala seinerzeit ungehalten, was Bayreuth betraf. „Das ist für mich kein Thema mehr“, sagte er damals im Interview mit unserer Zeitung. „Ich könnte jetzt Interna ausbreiten, aber gut... Christian Thielemann hatte die Idee für diese Rolle. Es gab eine Arbeitsprobe in Bayreuth. Und irgendwann war ich raus. Es war ein Prozess.“

Erleichterung im Bayreuther Ensemble

Thielemann, der in Dresden bei Beczalas erstem Lohengrin im Graben stand, dirigiert bekanntlich auch die Bayreuther Produktion. Umso unverständlicher ist, warum der Tenor erst als Nothelfer nach Oberfranken kommt. Auch im dortigen Ensemble, so ist von verschiedenen Seiten zu hören, herrscht nun Erleichterung. Der Wackelkandidat Alagna ist weg, Beczala ist gerade für das manchmal wirre Hügel-Geschehen fast so etwas wie ein – freilich hochprofessioneller – Ruhepol-Solist.

Sein Lohengrin, das war in Dresden zu hören, ist einer der anderen Art. Ein bescheidener Schwanenritter war da zu erleben, der sich behutsam Raum erobert, die Partie wie auf einer einzigen überlangen Linie sang, so, als sei sie eine Mischung aus Wagner-Belcanto und Lehárs bester Oper. Der 51-Jährige ist ein reflektierter Stilist. Auch in dieser Hinsicht fügt sich nun alles zum Besten: Hemdaufreißende Tenöre à la Alagna hat die Bayreuther Elsa Anja Harteros schließlich oft genug an ihrer Seite.

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