Pläne des neuen Geschäftsführers

- Die Krise des Buchmarkts sieht der künftige Suhrkamp-Geschäftsführer Georg Rieppel als Chance für die Verlage, ihr Profil zu schärfen. "Ein Verlag darf heute kein Gemischtwarenladen mehr sein." In dem von Überproduktion geprägten Geschäft könnten nur Unternehmen mit klarem Profil überleben.

<P>Der langjährige Vertriebs- und Marketingleiter des C.H. Beck Verlags wird spätestens zum 1. Juli 2004 in die Geschäftsführung von Suhrkamp eintreten. Rieppel wird mit Ulla Unseld-Berkéwicz, Rainer Weiss und Philipp Roeder den Verlag führen. Berkéwicz, Witwe des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld, hatte im Oktober - ein Jahr nach dessen Tod - den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen. Daraufhin hatte der verlegerische Suhrkamp-Geschäftsführer Günter Berg das Haus verlassen.<BR></P><P>Drei Hochzeiten</P><P>"Insbesondere im Bereich der Philosophie ist Suhrkamp immer noch der anspruchsvollste und beste deutsche Verlag", so Rieppel. Um künftig erfolgreich zu sein, müsse Suhrkamp "auf drei Hochzeiten tanzen": "Die Backlist ist für den Verlag zwar enorm wichtig, kann es aber allein nicht bringen", sagte Rieppel unter Hinweis auf die Rechte an zahlreichen Klassikern wie Hesse oder Brecht. Daneben müsse man die wissenschaftliche Abteilung fortführen. "Suhrkamp muss außerdem Publikumsbücher mit hohen Absätzen haben, um sein Gesamtprogramm finanzieren zu können."<BR><BR>Im Buchhandel erwartet Rieppel eine Gegenbewegung: Es sei ein Irrtum, dass einige Buchhandlungen nur großflächig auf Bestseller setzen. "Wenn die Kunden auf 2000 bis 3000 Quadratmeter zehn Minuten lang keinen Buchhändler finden, geschweige denn eine Beratung erhalten, dann kehren sie zu ihrer Stadtteil-Buchhandlung zurück."</P><P><BR> </P>

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