Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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Platz für weitere Oscars im Regal

- Vor vier Jahren erhielt er für seinen HFF-Abschlussfilm "Quiero ser" den Studenten-Oscar, ein Jahr danach den "richtigen" Academy Award für den besten Kurzfilm. Doch dann zog sich der Münchner Florian Gallenberger zurück, ließ sich nicht durch den Mammon großer Studios locken, sondern bastelte in Ruhe am Drehbuch zu seinem ersten Langfilm, dem indischen Liebesmelodram "Schatten der Zeit".

<P class=MsoNormal>Was macht der Oscar?^<BR>Gallenberger: Der steht vollkommen undramatisch im Wohnzimmer im Bücherregal. Er ist Teil der Einrichtung geworden.</P><P class=MsoNormal>Keinen Extra-Schrein mit direkter Beleuchtung errichtet dafür?<BR>Gallenberger: Nein, um Himmels Willen! Das Regal ist groß genug. Da passt im Notfall der zweite oder dritte Oscar auch noch mit hinein . . . </P><P class=MsoNormal>Nun kommt der erste lange Spielfilm von Ihnen ins Kino. Hat der Academy Award den Weg geebnet?<BR>Gallenberger: Auf jeden Fall. Es wäre Heuchelei, das zu leugnen. Bezüglich der Arbeit sind auf einmal viele Dinge möglich, die es vorher nicht waren, das empfand ich als wirklich angenehm. </P><P class=MsoNormal>Was hat sich sonst geändert? Der Freundeskreis?<BR> Gallenberger: Wenn der sich massiv geändert hätte, würde das ja bedeuten, dass man vorher die falschen Freunde hatte oder jetzt von den falschen umgeben ist. Nein, es gab viele Leute, die sich sehr mit mir gefreut haben, mich aber seit der Oscar-Verleihung nicht anders behandeln als vorher.</P><P class=MsoNormal>Aber jeder will sich doch mit dem Oscar-Gewinner schmücken, oder? <BR>Gallenberger: Dass man anderen auf einmal als Schmuck dient und ständig auf Partys eingeladen wird, gehört dazu. Wenn einem bewusst ist, dass es sich bei diesen Einladungen nicht um ein tatsächliches Interesse an meiner Person handelt, sondern nur darum, auch den Oscar-Preisträger mit auf der Gästeliste zu haben, ist das in Ordnung. Das ist nur ein Spiel. Keine Realität. Es darf einem einfach nicht zu Kopfe steigen, denn dieser ganze Rummel legt sich ja auch wieder. Und dann ist es wichtig, dass man in seinem nahen Umfeld Menschen hat, die einen genauso betrachten wie vorher. Mich als Person gibt es schließlich auch jenseits einer bestimmten Rolle in der Öffentlichkeit.</P><P class=MsoNormal>Ihr neuer Film sollte eigentlich in Berlin spielen. Warum wurde plötzlich Indien daraus?<BR>Gallenberger: Während ich nach einem geeigneten Stoff suchte, hörte ich bei einer Autofahrt im Radio einen Bericht über ein Mädchen, das in einer dieser indischen Teppichwebereien arbeitete. Ihre Geschichte und ihre Stimme haben mich derart fasziniert, dass mir klar wurde: Das muss dein Thema sein.</P><P class=MsoNormal>"Schatten der Zeit" ist überraschend poetisch und emotional. Manche nennen das kitschig. Wie gehen Sie mit einer solchen Kritik um?<BR>Gallenberger: Jeder sieht diesen Film mit seinen eigenen Augen und erkennt die verschiedensten Sachen darin oder eben nicht. Das ist legitim. Nur weil ich den Film gedreht habe, kann ich niemandem vorschreiben, was er darin zu sehen hat. Selbstverständlich macht man sich Gedanken, wenn eine Arbeit kritisiert wird. Aber den Vorwurf kenne ich schon von meinem Mexiko-Film. Der wurde von einem Sender mit der Begründung abgelehnt: "Rührgeschichten machen wir nicht." Das sagt heute niemand mehr. Ich kann den Vorwurf aber nachvollziehen, denn beide Arbeiten haben eine Emotion, die das Potenzial zum Kitsch hat. Deswegen habe ich Ablehnung auch erwartet. Aber ich glaube, dass die Umsetzung und die Bilder eben nicht kitschig sind. Und es war auch mein Interesse, diese zwei Dinge zusammenzubringen. Also eine Geschichte, die kitschig sein könnte, nüchtern und entkitscht zu erzählen. Emotionen ja, aber eben nicht mit Zuckerguss zugekleistert. </P><P class=MsoNormal>Das Gespräch führte Ulrike Frick</P>

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