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Nein, das ist keine Fotomontage, sondern hohe Artistenkunst: Die vier Akrobaten von „Quator Stomp“ beweisen Gespür für den richtigen Absprung.

Premierenkritik

Wunderbar wunderlich

München - „Plüfoli“ ist das beste Programm des Jahres im Münchner GOP. Eine Premierenkritik.

Das neue GOP-Programm „Plüfoli“ stammt offenbar gleich aus drei Gegenden – aus Frankreich, aus Kanada und aus dem sagenumwobenen Verschrobenhausen. Denn so wunderbar wunderlich wie diese Show war lange keine Produktion mehr im Varieté am Max-II-Denkmal in München. Schräge Gestalten, allen voran die französischen Clown-Geschwister Amélie und Anthony Venisse, sorgen für eine Vorstellung, die man sich kaum vorstellen kann, und fürs beste GOP-Programm des Jahres. „Plüfoli“ ist quasi die Fortsetzung von „Lafolie“, 2008 eine der ersten GOP-Shows. Und „Plüfoli“ bedeutet, in schönstem Hilfsfranzösisch, und völlig zu Recht: noch mehr Narren. Das Ganze trägt sich in einem Wohnzimmer mit schiefen Wänden zu, wie aus einem Gemälde von Salvador Dalí. Und hier spielen die Clowns und Artisten, die alle aus Frankreich und Kanada stammen, eine Art hyperaktives Dalí-Dalí, als Spaß für die ganze Familie.

Regisseur Anthony Venisse irrt als chronisch überforderter Clown im Bleu-Homme, im Blaumann, durch die Landschaft. Sein Stoffkaninchen ist zu groß für seinen Hut, und beim Musizieren stürzt er in den Klavierkasten. Doch die ganz große Show liefert Schwesterchen Amélie als giraffenartiges Akkordeon-Faktotum mit Gummihals und schwierigem Verhältnis zu ihrem Mikrofon und ihren Klamotten. Schau mal, wie sie schaut! Außerdem am Start: Charlotte Boiveau als dauerstrickende Oma, die sich auf der Jagd nach ihren Wollknäueln aufs Hochseil verirrt, außerdem ein Zwei-Mann-Orchester mit schrulliger französischer Haindling-Musik, bei dem der Schlagzeuger gleichzeitig in die Tuba bläst. Und dazu jede Menge großartige Artisten wie Kuchenakrobatin Jeanne Durand-Raucher, die minutenlang eine Sahnetorte umtanzt. So viele Narren – da wirst narrisch vor Begeisterung.

Weitere Vorstellungen bis 5. Januar, Maximilianstraße 47; Telefon 089/ 210 288 444.

Von Jörg Heinrich

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