Poesie der Revolte

- "Hinab glitt ich die Flüsse, von träger Flut getragen . . ." Die erste Strophe des "Trunkenen Schiffs" von Arthur Rimbaud in der Übertragung von Paul Celan besitzt schon jene Sogkraft, die die gesamte Lyrik des Franzosen auszeichnet.

<P>Keine einfache Kost. Aber wenn Jens Harzer sie liest, erhalten die Verse jene flirrende Leichtigkeit, die die ekstatische Irrfahrt in die Lebensabgründe nachvollziehbar macht. "Man muss absolut modern sein", sagte Arthur Rimbaud (1854 - 1891), als er 17 war. </P><P>Damit setzte sich das Genie selbst Maßstäbe, schrieb Ungewöhnliches, widmete seine Poesie der Revolte, sprengte die enge Grenze literarischer Form, schuf eine in ihrer Kühnheit neue Metaphorik. Modern ist er auch heute. Das machen die von Harzer wunderbar interpretierten Gedichte deutlich. </P><P>Zu erahnen ist die Nähe, die er als Schauspieler zu Rimbaud empfindet, der über sich schrieb: Der Dichter "geht in sich allen Giften auf den Grund, um nur ihre Quintessenzen zu behalten. Unaussprechliche Marter, zu der er den ganzen Glauben, die ganze übermenschliche Kraft braucht, durch die er unter allen der große Kranke, der große Verbrecher, der große Verfemte, - und der größte Wissenschaftler! - wird. Denn er gelangt zum ,Unbekannten." Es ist ein Genuss, Rimbaud und Harzer auf dem Weg dorthin zu begleiten.ltz</P><P>"Das Trunkene Schiff".<BR> Jens Harzer liest Gedichte von Arthur Rimbaud.<BR> 1 CD, NOA NOA Hör-Buchedition, München.<BR></P>

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