Polnische Wohlklänge

- Äußerst publikumsfreundlich, weil höchst moderat, klang die zeitgenössische Musik, mit der sich der frisch gebackene EU-Staat Polen im Rahmen der Europamusicale vorstellte. Kein Geringerer als Krzysztof Penderecki, Polens renommiertester lebender Komponist, dirigierte in der Matinee im Münchner Herkulessaal die Sinfonietta Cracovia.

<P>Kein Wunder also, dass gleich zwei Werke aus seiner Feder (und noch eine Zugabe) auf dem Programm standen. Für die Cello-Version seines ursprünglich für Bratsche geschriebenen Konzertes hatte der 71-jährige Komponist seinen jungen Landsmann Andrzej Bauer mitgebracht, der sich dem anspruchsvollen Solopart technisch versiert und mit starkem emotionalen Ausdruck widmete. </P><P>Er ließ sein Instrument in den Kantilenen aussingen, absolvierte Minicluster und engste Läufe souverän, wobei das Streichorchester mit Farbtupfer setzendem Schlagzeug den solistischen Großeinsatz abfederte. Auch in seiner Sinfonietta per archi setzt Penderecki fast in Concerto-grosso-Manier auf eindrucksvolle Soli von Bratsche, Cello und Violine. Die Damen und Herren des fabelhaften, mit einem vollen, homogenen Klang aufwartenden Krakauer Kammerensembles überzeugten in den expressiven Alleingängen wie in den apart zerflatternden Nachhall-Klängen und im rhythmisch stark aufgefächerten Vivace.</P><P>Ohne solistische Herausforderung kommt auch Witold Lutoslawskis "Begräbnismusik" nicht aus. Sein sich langsam aufbauendes, lebendiges, vielstimmiges Streicherwerk zeugt von souveräner Meisterschaft. Temperamentvoll und spielerisch musizierten die Sinfonietta Cracovia und Penderecki das Konzert für Orchester der 1969 gestorbenen Grazyna Bacewicz und rückten schließlich in "Orawa" des 72-jährigen Wojciech Kilar das Volksliedhafte in den Vordergrund. Das Publikum goutierte die polnischen Wohlklänge gern und wurde zuletzt noch mit Schostakowitsch belohnt.<BR> </P>

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