Porgy mit Echo

- Der italienische Trompeter und Flügelhornist Paolo Fresu ist ein vielbeschäftigter und vielseitiger Musiker. Mit ihm und seinem Projekt "Kind of Porgy and Bess" eröffneten die "jazz lines" im Münchner Haus der Kunst ihre neue Saison. Fresu, 1961 in Berchidda (Sassari) auf Sardinien geboren, komponiert für Film und Theater, vertont Gedichte, leitet ein Jazz-Festival, ist Professor für Jazz an der Universität in Siena und lebt meistens in Paris.

Seit Jahren beschäftigt er sich mit Gershwins Jazz-Oper "Porgy & Bess", die zahlreiche Künstler zu Interpretationen inspirierte, darunter sein großes Vorbild Miles Davis. Ihm widmet er dieses Projekt, das er auch als Übersetzung in die heutige Jazz-Sprache verstanden wissen will. Fresu präsentierte mit den Italienern Antonello Salis (Akkordeon, Klavier) und Paolino dalla Porta ( Bass), dem Schweden Morten Lund (Schlagzeug), dem tunesischen Sänger und Oud-Spieler Dhafer Youssef (arabische Laute) und dem vietnamesischen Gitarristen Nguyen Lê^ eine internationale Besetzung.

Gershwins Musik ertönte in kammermusikalischer Form mit viel technischem Equipment als Klangmischung zwischen traditionellem bis modernem melodischem Jazz, Weltmusik und Ethno-Pop. Der Wiedererkennungseffekt der Songs war am deutlichsten bei "Bess, you is my Woman now" und "Summertime".

Gitarrist Nguyen Lê^ spielte fast mehr auf seiner Echomaschine als auf seinem Instrument, und Fresu fingerte an diesem Abend öfter am Verstärker als Miles Davis in seinem ganzen Leben. Ein ganz geschmackvoller Abend, nicht aufregend oder originell.

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