Porträtserie: "Die Kinder der Manns"

- Erika, Klaus, Golo (Gottfried Angelus), Monika, Elisabeth und Michael - das waren die Kinder von Thomas und Katia Mann. Geboren und aufgewachsen sind sie in München, in der Villa der Eltern an der Poschingerstraße, doch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme verschlug es sie alle ins Ausland. Jedes von den Mann-Kindern war hochbegabt, aber ganz einig waren sich die Geschwister nie. Im Grunde haben nur die zwei ältesten, die zwei mittleren und die zwei jüngsten immer zusammengehalten.

2005 widmete der Bayerische Rundfunk in der Reihe "Die Kinder der Manns" jedem von ihnen jeweils ein Radio-Feature, die der Münchner Hörverlag in einer attraktiven Kassette zusammengefasst hat. In den Sendungen finden sich in einer reizvollen Mischung die Originalstimmen der Porträtierten, ein Erzählerkommentar und von Schauspielern wie Ilse Neubauer und Rufus Beck nachgesprochene Originaltexte. So entstehen sechs spannende Bildnisse von sechs völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten, die alle am Kontakt mit dem Ausland gewachsen sind. Erika und Klaus Mann, die beiden ältesten, sind schon in ihrer Münchner Jugendzeit auffällig - als Anführer der berüchtigten Herzogparkbande. In der Emigration engagierten sich die beiden am meisten gegen das nationalsozialistische Deutschland, während sich Vater Thomas anfangs noch sehr zurückhielt. Der zweite Sohn Golo warf seine Begabung von Anfang an auf die Geschichte. Monika Mann - von der eigenen Familie das "dumme Mönle" genannt - kam nach einem Umweg über Kanada erst auf Capri zur Ruhe. Elisabeth, die Lieblingstochter ihres Vaters, heiratete 1939 den Antifaschisten Antonio Borghese und wechselte zwischen Italien und Kalifornien hin und her. Der jüngste Sohn Michael verschrieb sich zunächst ganz der Musik und wandte sich mit 40 schlagartig der Germanistik zu.

"Die Kinder der Manns", das ist eine lehrreiche, aber auch unterhaltsame Geschichte vom Durchhalten, Weitermachen und sich Durchwursteln - und auch davon, wie man aus widrigen Umständen das Beste macht.

"Die Kinder der Manns". (Der Hörverlag.)

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