Prachtvoller Rokoko-Bau - Cuvilliés-Theater in München öffnet wieder

München - Nach mehrjähriger Generalsanierung wird das prachtvolle Münchner Cuvilliés-Theater an diesem Samstag (14. Juni) mit einem Staatsakt und einer Neuinszenierung der Mozart-Oper "Idomeneo" feierlich wiedereröffnet.

Die Restaurierung des Rokoko-Baus kostete 24,5 Millionen Euro. Davon entfallen rund 22 Millionen Euro allein auf die Erneuerung von Technik und Leitungen. Die Oper "Idomeneo" war 1781 im Cuvilliés-Theater uraufgeführt worden. Die Wiedereröffnung fällt auf den Tag genau mit dem 850. Jahrestag der Gründung Münchens zusammen und erfolgt exakt 50 Jahre nach der Wiederinbetriebnahme nach dem Zweiten Weltkrieg.

Glanzvoll erstrahlt jetzt wieder der Zuschauerraum. Dort wurden die prächtig verzierten Balustraden restauriert und neue Stühle für die rund 520 Zuschauer angeschafft. Die bordeaux-rote Stoffbespannung an den Wänden wurde ausgebessert.

Der Festreigen beginnt am Samstag (12.00) mit einem live im Bayerischen Fernsehen übertragenen Staatsakt, bei dem Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein spricht. Im Anschluss ist ein Staatsempfang vorgesehen. Am Abend wird Generalmusikdirektor Kent Nagano die "Idomeneo"-Neuinszenierung dirigieren, Regie führt Dieter Dorn. Die Vorstellung wird zeitversetzt (20.15) ebenfalls im Bayerischen Fernsehen gezeigt. Eine Theaterversion mit dem Titel "Idomeneus" aus der Feder von Roland Schimmelpfennig wird am Sonntag uraufgeführt. Wieder führt Dieter Dorn Regie, in Zusammenarbeit mit Jürgen Rose. Ebenfalls von Sonntag an haben Interessierte die Möglichkeit, das Theater zu besichtigen. Während der Eröffnungsphase bis bis 6. Juli gibt es jeweils zur vollen Stunde Kurzführungen von rund 30 Minuten.

Kurfürst Max III. Joseph ließ das Theater von 1750 an als "Neues Opera Hauß" von François Cuvilliés errichten. Der Maler und Stukkateur Johann Baptist Zimmermann schuf ein Deckenfresko, das aber bereits 1801 im Zuge einer Restaurierung entfernt wurde. Im März 1944 fiel das Theater dem Bombenhagel zum Opfer. Nur die wertvollen Schnitzereien und Balustraden konnten gerettet werden. In den 1950er Jahren wurde das Cuvilliés-Theater an anderer Stelle in der Residenz wieder aufgebaut.

Für die Generalsanierung steuerten die private Initiative "Comité Cuvilliés" und die Ernst von Siemens Kulturstiftung rund 5 Millionen Euro bei, den Rest zahlte der Freistaat Bayern.

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