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Legen eine flotte Sohle aufs Bühnenparkett: Uwe Kröger und Edda Petri als Ehepaar Addam s. 

Premiere im Deutschen Theater München

Ein kleines bisschen Horrorshow mit der „Addams Family“

München - Eine schrecklich nette Familie: Die Musicalversion der „Addams Family“ feierte im Deutschen Theater in München ihre umjubelte Premiere. Lesen Sie hier unsere Kritik.

Albern? Total. Auch nur ansatzweise Spuren von Sinnhaftigkeit? Null. Botschaft? Nicht vorhanden. Es ist also alles genau so, wie es zu sein hat bei der Musical-Adaption der berühmt-berüchtigten „Addams Family“, die zuerst als Comic und später als Fernsehserie weltweit die Fans begeisterte. Andreas Gergen hat die erfolgreiche Broadway-Produktion fürs Deutsche Theater in München schmissig inszeniert und sich klugerweise erst gar nicht lange mit der etwas fahrigen Handlung aufgehalten. Er nutzt die gelungenen Gags und das Personal, um sehr kurzweilige Revue-Nummern aneinanderzureihen, die zuverlässig für gute Laune sorgen.

Die Inszenierung wird der Idee von Charles Samuel Addams gerecht

Das sichtlich Groteske, Makabre, auch leicht Obszöne wird hier lustvoll zelebriert – ohne Erklärungsversuche oder Relativierungen. Das schräge Paralleluniversum der Addams Family ist so, wie es ist – und das ist das Beste, was eine Inszenierung machen kann. So wird sie der Idee von Schöpfer Charles Samuel Addams gerecht. Die Geschichte rund um das erste Treffen der Horror-Familie mit den Eltern des potenziellen Schwiegersohnes ist da nur der lose Leitfaden, den spätestens nach der Pause niemand mehr interessiert.

Die Darsteller sind das Pfund der Show

Das ist auch nicht weiter tragisch, denn entschädigt wird man mit hübschen szenischen Einfällen, einer stimmigen Atmosphäre und vor allem: einem Ensemble, das man für deutsche Musical-Verhältnisse durchaus sensationell nennen darf. Die Besetzung ist das Pfund, mit dem diese Show wuchert – und es ist ein Mordspfund. Die Rolle des windelweichen Pseudo-Machos Gomez Addams ist eine Steilvorlage für Uwe Kröger, die er souverän verwandelt. Wenn es in Deutschland überhaupt so etwas wie einen Musicalstar gibt, dann ist es Kröger, der mit Präsenz, Timing und sicherem Gesang überzeugt. Er ist erkennbar motiviert und hat Spaß an dem überdrehten Irrsinn auf der Bühne.

April Hailer begeistert als frustrierte Spießerin

Das gilt auch für die Kollegen, die ihre Chancen nutzen und mit brillanten Einzelleistungen von der arg konventionellen Handlung ablenken. Allen voran April Hailer als frustrierte Spießerin, die sich in der Grusel-Villa der Addams in eine kraftstrotzende Sirene verwandelt. Hailer schlägt ebenso lustvoll wie gekonnt über die Stränge und ist der Star der Herzen, wenn man so will. Das Stück bietet aber fast allen die Chance, sich nachhaltig ins Gedächtnis zu singen und zu spielen. Auch die Addams-Sprösslinge Marianne Curn und Noah Walczuch dürfen mehr sein als Staffage, ebenso wie der schräge Onkel Fester, der mit seiner „Ode an den Mond“ eines der Glanzlichter setzte. Diese Sequenz illustriert sehr schön die Qualitäten der Inszenierung: Die geradezu surreale Liebesszene zwischen dem Mond und Onkel Fester tut nichts zur Sache und könnte auch als Solo-Nummer in einem Varieté durchgehen. Das macht aber nichts, denn nur um den Charme solcher Momente geht es.

Die Lieder von Andrew Lippa sind funktional wie so oft in Broadway-Musicals, man wippt beschwingt mit und hat sie am nächsten Tag wieder vergessen. Am Ende gibt es sehr viel Jubel im ausverkauften Saal für die Darsteller und den Regisseur. Die Frage, wie sinnvoll Musical-Adaptionen generell sind, stellt sich in dem Moment nicht mehr – es gibt sie eben. Wenn sie daherkommen wie die „Addams Family“ ist das okay.

Zoran Gojic

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