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Schauspielerin Natalie O‘Hara über die Agentenkomödie: „Es ist eine unglaublich rasante Klipp-Klapp-Geschichte.“

Premiere im Bayerischen Hof: Tempo, Timing und Aktion

München - Premiere für eine Komödie im Bayerischen Hof: Schauspielerin Natalie O’Hara über „Die 39 Stufen“, ihren Weg zur Kunst und den „Bergdoktor“.

„Agenten, Mörder, schöne Frauen“, wirbt die Münchner Komödie im Bayerischen Hof für ihren Saison-Eröffner. Dürfte keine Übertreibung sein, denn immerhin handelt es sich um Alfred Hitchcocks Kultfilm „Die 39 Stufen“. Er hatte John Buchans gleichnamigen Agentenroman 1935 zum Comedy-Thriller gewendet. Und weil der von Horst Johanning - so jedenfalls versprochen - „eins zu eins“ inszeniert wird, jagen und verfolgen sich Pascal Breuer, Natalie O’Hara, René Toussaint und Charles Ripley in 35 Rollen.

Natalie O’Hara (33), die einzige Frau im Quartett, ist als Schauspielerin bestens eingeführt durch ihre Fernsehrollen, unter anderen in „Soko Leipzig“, „Tatort“ und der Serie „Der Bergdoktor“. Im Interview lernt man sie kennen als eine sportlich offene junge Frau, die ihre Umwelt hellwach wahrnimmt. Ihre immer blitzschnellen Antworten verraten ein gescheit-nervöses Temperament, das sie für diese Komödie prädestinieren müsste.

Frau O’Hara, was hat es auf sich mit Richard Hannay und dem Spionagering der „39 Stufen“?

Hannay, ein relativ gelangweilter Lebemann, gerät durch Zufälle ins Visier eines Spionagerings und wird in Folge des Mordes verdächtigt. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er die wahren Bösewichte überführen. Er trifft auf eine klassische Hitchcock-Blondine, die wiederum durch ihn in diese Geschichte verwickelt wird. Die zwei flüchten - die Agenten und die Polizei immer hinter ihnen her.

John Buchan schrieb „The Thirty-Nine Steps“ zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Seinem Helden Hannay gelingt es, eine gegnerische Spionageorganisation auszuschalten, die Englands zentrale militärische Planungen in Erfahrung gebracht hat. Ist von diesem ernsthaften Thema noch etwas erhalten?

Insofern natürlich, als wir diesen Agenten-Plot erzählen. Aber die Art und Weise, wie man den Hitchcock-Film - inklusive Zugfahren, von der Brücke springen, durchs Moor flüchten - auf die Bühne übersetzt, nämlich mit ganz wenigen Requisiten, mit Soundeffekten, Licht, Pantomime, mit extrem rasantem Rollen- und Bühnenbild-Wechsel, also diese Darstellungsweise macht die Geschichte zu einer Parodie... Und Hitchcock-Kenner werden viele kleine Zitate finden.

Ihr Vater ist US-Amerikaner...

Ja, er kam als Theologiestudent nach Göttingen, weil er ein großer Luther-Verehrer war. Eigentlich nur für ein Auslandsjahr, aber er hat meine Mutter getroffen und blieb dreizehn Jahre. Als er zurück in die Staaten ging, habe ich jedes Jahr die Sommerferien drüben verbracht, mit 16 auch ein ganzes Schuljahr.

Was hat Ihnen Amerika gegeben?

Sehr früh eine große Selbstständigkeit - ich war ja erst acht, als ich das erste Mal zusammen mit meiner Schwester hingeflogen bin - und eine große Horizonterweiterung. Die Mentalität des Landes ist doch eine ganz andere. Als Kind fand ich natürlich Amerika, weil es weit weg war und sozusagen der Sonderfall, total spannend. Ursprünglich wollte ich auch nach dem Abitur zur Ausbildung rübergehen. Aber das Land zu wechseln und diesen Beruf zu wählen, das kostete zu viel Mut. Meine Eltern hätten mich ja lieber in der Psychologie gesehen, in der Politik oder in der Naturwissenschaft. Ich war ganz gut in der Schule, und da meinte meine Mutter entsetzt: „Du kannst doch nicht Schauspielerin werden!“ Als ich mich durchgebissen hatte, waren meine Eltern dann doch stolz.

Sie haben zunächst eine Musical-Ausbildung absolviert.

Das, was ich damals so an „Staatsschauspiel“ kannte, war nicht meine Welt. Ich wollte Ausstattungstheater, naturalistisches Spielen. Mich interessiert nicht so, was die Regisseure sich auf einen Tschechow oder Shakespeare obendrauf ausdenken. Deswegen bin ich auch nicht den klassischen Theaterweg gegangen.

Woher Ihre Leidenschaft für die Bühne?

Ich bin schon als Kleinkind in Windeln um den Notenständer meiner Mutter herumgekrabbelt - sie war Flötistin und Flötenlehrerin. Ich habe Krippenspiele im Kindergarten gespielt und mit meinem Cousin Sketche bei Familienfesten. Und mit sieben, da war ich das erste Mal im Theater, habe ich begriffen: Das ist ein Beruf. Ich habe schon als Kind jede Art von Routine gehasst und war fasziniert davon, in verschiedene Rollen schlüpfen zu können. Heute würde ich sagen, Schauspiel ist angewandte Psychologie.

Ein Beispiel?

Meine Rolle im „Bergdoktor“. Da gibt es immer mal wieder Szenen, in denen sich die Figur völlig anders verhält, als ich es tun würde. Und ich muss für mich die Motivation finden: Warum handelt die, wie sie handelt? Wie kann ich das rechtfertigen?

Wie ist das in den „39 Stufen“?

Das ist jetzt kein Stück, an das man tief psychologisch herangeht. Es ist eine unglaublich rasante Klipp-Klapp-Geschichte. Und fast ist die Choreographie auf der Hinterbühne noch wichtiger. Weil, wenn da jemand falsch läuft, gibt es Tote. Also, es ist unglaublich schnell. Das macht aber Riesenspaß. Und dann hab ich ja in der Musical-Ausbildung gelernt, Choreographien einzuhalten. Es ist halt die Mischung: Man muss innerhalb dieses Korsetts von Timing, Tempo und all der pantomimischen und körperlichen Action eben immer noch wirklich die Figuren spielen. Und es gibt ja doch auch eine sehr berührende Liebesgeschichte. So gesehen ist das Stück durchaus eine Herausforderung.

Das Gespräch führte Malve Gradinger.

Premiere am 8. September, 20 Uhr; Karten 089/ 29 16 16 33.

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