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April Hailer, hier mit Manfred Stecher, als geschäftstüchtige Therapeutin.

Premiere: Wo Hüften wackeln

München - Die höchst vergnügliche musikalische Revue „Männer gesucht!“ ist bis zum 21. Mai in der Komödie im Bayerischen Hof zu sehen. Eine Kritik:

„Du hast jede Menge Müll auf deiner emotionalen Festplatte“, ködert Carola ihre Kundinnen für den „Fit-for-Love“-Schnupperkurs ihres Partnervermittlungs-Instituts. Wie einen Romeo finden oder wie mit dem bereits vorhandenen glücklich werden – das ist Carolas Verkaufs- und Therapie-Rezept. Daniel Ris (Buch und Regie) nutzt es aber hauptsächlich als Aufhänger für die höchst vergnügliche musikalische Revue „Männer gesucht!“. „Zugabe“ kam’s prompt am Ende aus dem Publikum der Münchner Komödie im Bayerischen Hof.

Rauskotzen, was man als komplexbeladenes, beziehungsgeschädigtes Weibswesen in die untersten Psychoschichten verdrängt hat; Rollenspiele, in denen man dem Kerl gegenüber – „Instituts-Assistent“ Manfred Stecher muss dafür herhalten – auch mal handgreiflich werden darf, na ja, das ist alles weidlich bekannt. So recht was extra Pointengriffiges ist Daniel Ris dazu auch nicht eingefallen. Zu Beginn muss April Hailer als Carola schon sehr powern, um diese mit dem privaten Charme des (noch) Nicht-ganz-Fertigen umflorte Therapie-Stunde in Schwung zu bringen. Aber die Hailer, mit eierschalenfarbenem sexy Hosenanzug im eierschalenfarbenen Coaching-Salon (Thomas Peknys Ausstattung) hält ihre businessgestählte Carola durch. Ihre Musical-Stimme, sowieso, macht ihrer Fitness-geformten Figur alle Ehre. Und wenn dann „Kundin“ Franziska Ball ihre preiswürdigen Endlos-Beine auf die Bühne setzt, kommt richtig Saft in den Laden. An ihrer coolen Chuzpe entzündet sich die Sing- und Spiel-Lust der beiden anderen Therapiewilligen.

Das Hascherl Melanie von Barbara Ferun mausert sich stimmkräftig mit „I Need A Hero“. Und Billie Zöckler, die einzige im Team ohne Gesangsausbildung, ist als hausbackene Petra einfach umwerfend mit ihrem kehlig gegrunzten „Ein Neandertaler“ und ihrer „Carmen“-Parodie. Die Nummern wären Sieger in einem Para-Eurovisions-Wettbewerb! Mit Marty Jabara an Klavier und Keyboard singen sich das Damen-Quartett und Manfred Stecher durch deutsche Hit-Schnulzen wie „Eine neue Liebe“ und US-Kultsongs wie „I Wanna Be Loved By You“. Und wie hier in ABBA-Klassikern Hüften schwingen und Arme in den nostalgischen Funk-Gesten der 70er tanzen (geschickt die Choreographie von Regina Weber), da werden alle auf der Bühne zu „Dancing Queens“ – Ironie, wie Zöcklers Petra sagen würde: „all inclusive“.

Weitere Aufführungen bis 21. Mai, 20 Uhr, Telefon 089/ 29 16 16 33.

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